Mittwoch, 22. Februar 2012

Hier sehen Sie Fietes aktuellen Reisebericht...
Leser gewinnt ein Jahr im WochenSchau-Fiat
(Flensburg) „Ich freue mich riesig und bin schon ganz gespannt, was es alles zu entdecken gibt!“ Das sagt Torre Groeneveld – er hatte die Nase vorn beim WochenSchau am Sonntag-Wettbewerb. Es ging um ein Jahr Auto-Fahren im brandneuen Fiat 500. Einzige Bedingung: Der Glückspilz wird in loser Folge interessante, spannende oder einfach nur schöne Momente von seinen Touren zwischen Nord- und Ostsee in der WochenSchau mit unseren Lesern teilen.
Dafür ist der Pädagoge aus Flensburg auch genau der Richtige. Denn bisher war der 39-Jährige mangels Auto auf Fahrradfahrten in die Flensburger Umgebung beschränkt.
„Ich freue mich auf die Begegnungen!“
Jetzt steht ihm die ganze Vielfalt des Nordens offen: Gleich am Tag der Übergabe fuhr Groeneveld nach Husum, besuchte seine Familie und lud Bruder und Nichten zur kleinen Spritztour an der Nordsee ein. Und testete dabei auch gleich schon einmal den Fiat 500 auf dessen Reisetauglichkeit – „da passt mehr ’rein, als man denkt!“, sagt er vom Kofferraum des Italieners. In 2012 will Torre Groeneveld viel entdecken in Schleswig-Holstein. Die Lieblingsorte seiner Freunde zum Beispiel und Stellen, die ihn selbst reizen: Da wären die Klappbrücke in Kappeln oder die Deiche an Nordfrieslands Küste, die Schwebefähre über den Nord-Ostsee-Kanal, Veranstaltungen und Festivals wie die JazzBaltica und vieles mehr. „Einfach überall hin, wo es schön ist“, sagt er. Und natürlich will er vor allem eines – Waschechte Schleswig-Holsteiner treffen und kennen lernen. „Ich freue mich auf die Begegnungen!“

Es gibt viele FIAT 500, aber der leuchtend weiße von der WochenSchau, also Fiete, der ist einmalig! Allein schon wie er sich mit einer Engelsgeduld und souverän strahlend von allen Seiten fotografieren lässt - Fiete in der Parkbucht, Fiete auf der Landstraße, Fiete vor dem Bismackturm ...
Apropos Bismarckturm.
Wir waren gerade auf der B199 von Flensburg in Richtung Kappeln unterwegs, da stand dieser Turm auf einmal so einladend im Sonnenlicht. Also nichts wie abgebogen, Fiete geparkt und – oh, nein – abgeschlossen. Zum Glück entdeckte ich an der Tür das Schild mit der Nachricht, dass der Schlüssel gegenüber im Fitness Center zu bekommen sei. Und was für ein Schlüssel, runde 20 cm lang! Eckhard Szidat, der ihn immer für die Besucher bereithält, versicherte mir, es sei tatsächlich noch der Originalschlüssel des 1903 fertiggestellten Turmes.
Während Fiete unten warten musste, erklomm ich die zahlreichen Stufen und genoss von der Aussichtsplattform den wirklich fantastischen Rundblick über die Angelner Landschaft, die Flensburger Förde und bis nach Sonderburg in Dänemark.
Und außerdem lernte ich aus der Broschüre ein wenig über die Geschichte des Turmes:
Der Querner Bismarckturm wurde nämlich zu Ehren Otto von Bismarcks (1815-1898) errichtet. Und zwar auf Initiative einiger lokaler Persönlichkeiten, die bereits 1899 mit der Planung begannen und den Bau schließlich durch Spendengelder finanzieren konnten. 373 Namenssteine zeugen von der großen Spendenbereitschaft der damaligen Bevölkerung. Insbesondere nach dem Tode Bismarcks entwickelte sich offenbar ein regelrechter Kult um die Person des ersten Reichskanzlers. Denn immerhin 240(!) Bismarcktürme wurden zwischen 1869 und 1934 gebaut. 173 sind heute noch erhalten, davon 146 in Deutschland.
Wieder unten angekommen, war natürlich Fiete dran. Ich brachte ihn direkt vor den Turm. Und als ich gerade dabei war, ihn im besten Licht zu fotografieren, wehten auf einmal ganz harmonische Gesänge aus den Gebäuden der Bildungsstätte Jugendhof Scheersberg herüber. Mensch, dachte ich, vielleicht wird das ein Gruppenbild mit Chor. Ich glaube, Fiete hätte sich auch gefreut, aber der Haufen Chorleiter aus ganz Schleswig-Holstein musste erst einmal zum gemeinsamen Mittagessen. Ich tröstete Fiete damit, dass er den Turmschlüssel am Rückspiegel tragen durfte.
Heute ist der Querner Bismarckturm auf dem 70m hohen Scheersberg übrigens im Besitz des Kreises Schleswig-Flensburg und wird von einem Turmausschuss ehrenamtlich verwaltet. Die jährlichen Unterhaltskosten sind enorm, doch die Kassen sind leer und allein durch das Eintrittsgeld in Höhe von 1,- Euro pro Person lässt sich der Turm, so Szidat, nicht instand halten.
Schade, denn es tropft durchs Dach, so dass sich auf der hölzernen Wendeltreppe im oberen Turm bereits Pfützen bilden. Hoffentlich siedeln sich da nicht bald Bismarckheringe an!
Na, denn bis bald von irgendwo anders ...