Die Wochenschau

Gegen den Kollaps in der Schlei Junge Aale ausgesetzt

"Aal utsetten in den Schlie"

24. August: 

Weil sie den Kollaps bei den Aalbeständen in der Schlei befürchteten, gründeten die Fischer zwischen Schleswig und Maasholm die Aktion „Aalutsetten in de Schlie“ auf der Basis der „Initiative zur Rettung des europäischen Aals“. Im Rahmen dieses Besatz-Projektes wurden erstmalig 2010, gemeinsam mit den Angelsportvereinen Kappeln und Schleswig, und mit finanzieller Unterstützung zahlreicher Gemeinden, von Räuchereien, Restaurants in der Schleiregion, den Fischereigenossenschaften, dem Naturpark Schlei, vieler privater Spender und mehreren Werften 33.000 Jungaale in der Schlei im Bereich Schleswig, Kappeln und Maasholm ausgesetzt. Finanziell gefördert wurde das „Aalutsetten in de Schlie“ – damals wie heute -  durch die Fischereiabgabe des Landes Schleswig-Holstein und vom Fischereifonds der Europäischen Union.

Die damals ausgesetzten Aale waren jeweils auf rund zehn Gramm vorgestreckt. Die Schlei-Fischer beteiligen sich, wie deren Sprecher Olaf Jensen (Kappeln)  erklärt, an dieser Besatz-Aktion aus zwei Gründen: „Wir möchten endlich mal wieder ordentliche Fänge haben. Und wir möchten, dass die Aale in der Schlei aufwachsen, zum Sargassomeer ziehen, dort laichen und die Aalbabys dann wieder an unsere Küsten zurückkehren.“  Ziel ist, dass der Aal, der in seinem Bestand in den letzten 15 Jahren rapide abgenommen hat, wieder, wie der Hering, zum Brotfisch der Schleifischer wird.

Aber es sind nicht nur die Fischer und Angler, die dem Aal nachstellen. Probleme sehen die Fischer auch in den Kormoranen. Daher erwarten sie von der Politik die Schaffung eines „Runden Tisch Kormoran“, damit „das Massaker unter Wasser“ beendet wird. Auf der Schlei wurden bereits Schwärme von „mehreren Tausend Kormoranen beobachtet“, gegen die die „Jungaale, aber auch die Schleischnäpel und Zander“ keine Chance haben, macht Olaf Jensen die Sorgen der Fischer öffentlich.  In Kappeln übernahm Wolfgang Brandhoff mit seinem Fischerkahn das Aussetzen. Vorsichtig wurden alle Jungaale im Bereich des Schilfgürtels auf Ellenberger Seite ins Wasser gelassen. So sollten die Jungaale vor den Kormoranen geschützt werden. Das abschließende Aussetzen in Maasholm erfolgte mit sieben Fischerbooten.

In diesem Jahr sind die Kosten deutlich auf 38.000 Euro gestiegen. Ursprünglich sollten nur 190.000 Aale ausgesetzt werden, erklärte Olaf Jensen bei der abschließenden kleinen Feier im Gebäude der ehemaligen Fischereigenossenschaft  in Maasholm bei Kaffee, Kuchen und Aalbrot nach Abschluss der diesjährigen Besatzmaßnahme. Aufgrund eines günstigeren Einkaufs und einem von 36.000 auf 38.000 Euro erhöhten Etat konnte der Besatz auf 240.000 aufgestockt und damit das Vorjahresergebnis um das Zweieinhalbfache überboten werden.

Das war möglich, weil mit dem E-Center Kappeln ein neuer Sponsor gewonnen werden konnte. Auch ein dänischer Netzhersteller aus Hvide Sande sowie die Gemeinden Boren, Maasholm, Ulsnis, Kosel, die Städte Kappeln, Arnis und Schleswig unterstützten die Besatzmaßnahme in gewohnter Weise. Sie tun es, weil sie erkannt haben, welch  große Bedeutung die Kleinfischerei für den Schleitourismus hat.

Das jetzige Utsetten hatte mit dem Sternekoch Dirk Luther vom „Alten Meierhof“ in Glücksburg einen ganz besonderen Ehrengast. rz

Die WochenSchau unterwegs: Auf Streife mit der Wasserschutzpolizei

"Bootsdieben auf der Spur"

24. August

Die Wasserschutzpolizei sorgt für Sicherheit auf deutschen küstennahen Gewässern, Flüßen und Seitenarmen der Nord- und Ostsee. Zum Aufgabengebiet der Beamten gehört die  Aufklärung von Bootsdiebstählen und Bootszubehör. Weiterhin ist die Wasserschutzpolizei für den Bereich der Umweltvergehen zuständig. Wir haben die Beamten während einer Streife begleitet.