Die Wochenschau

Fischmarkt öffnet am 29. März

"Fischmarkt und geöffnete Innenstadt"

22. März: 

Kappelns „fischmarktfreie Zeit“ endet am letzen Märzsonntag. An diesem Tag meldet sich nach viermonatiger Karenzzeit der Fischmarkt wieder zurück und alle Fans haben dann wieder ein Ziel: Einen Besuch bei hoffentlich schönem Wetter des von der Wirtschaft und Touristik Kappeln GmbH (WTK) veranstalteten Fischmarktes im Nordhafen. Dazu findet an diesem Tag der 2. verkaufsoffene Sonntag in der Innenstadt statt.

Die Fischmarkt-Winterpause war vor zwei Jahren eingeführt worden, weil es im Winter ein paar Unfälle gegeben hatte, erklärt Jürgen van Schöll. Sturm hatte Buden umgekippt, Schnee und Eisglätte für Unfälle bei der Anreise gesorgt. Dem vorzubeugen wurde die Fischmarktzeit auf März bis Ende Oktober festgelegt.

Bis zu 90 Marktbeschicker konnte Jürgen van Scholl für die Saison 2015 verpflichten. Die Händler kommen gerne nach Kappeln, weil „hier richtig was los ist“, wie sie sagen. Zwischen 70 und maximal 90 Standbeschicker wollen regelmäßig kommen und den 6000 bis 8000  Besuchern eine breite Palette unterschiedlicher Angebote präsentieren.

Da ist für jeden Geschmack etwas dabei. Sollten die Kappelner Fischer frischen Fisch auf ihren Kuttern vorrätig haben, werden sie sich auch an dem Markt beteiligen und Fisch vom Kutter verkaufen.

Besucher des Fischmarktes sollten auch die Kappelner Innenstadt im Auge behalten. Denn parallel zum Fischmarkt ermöglicht die neue Bäderregelung, dass die Geschäfte in der Innenstadt und am Hafen sonntags wieder in der Zeit von 11 bis 17 Uhr geöffnet sein dürfen.  Für eine rege Beteiligung der Innenstadtgeschäfte hat sich der „Arbeitskreis Innenstadt“ des Wirtschaftskreises Pro Kappeln (WPK) stark gemacht.

Beeindruckend ist der variantenreiche Branchenmix, der den Besuchern geboten wird. Neben der großen Modewelt für Damen, Herren und Kinder sind auch der Funktionsbekleidungsbereich sowie die Bereiche Schuhe, Computer, Fotografie, Spielwaren, Haushaltswaren, Schreibwaren, Zeitschriften, Bücher Weine, Lebensmittel, alles rund um den Tee, Geschenkartikel, Drogerie, Glas und Porzellan vertreten. Blumen bietet das Fachgeschäft „Blumen Stamer“ am verkaufsoffenen Sonntag in der Zeit von 10 bis 12 Uhr.

Auch die Kappelner Gastronomie freut sich auf die Besucher, um sie mit regionaler, frischer Küche zu verwöhnen. Stärken kann man sich auch auf dem Fischmarkt. Hier wie dort bieten Bäcker, Konditoreien, Fleischer und Räuchereien Leckeres aus hiesiger Produktion.

Parkplätze gibt es in Kappeln in ausreichender Zahl auf der Angeliter und der Schwansener Seite.rz

Endlich ist es wieder soweit Der Hering ist in der Schlei

"Schleisilber ist in diesem Jahr früher"

22. März

Wenn der Winter langsam zu Ende geht, kommen die Heringe in die Schlei um abzulaichen. Das ist die Zeit für Matthias Nanz und seinen Kollegen Jan Lorenz Fischer, um sie aus dem Ostseefjord zu holen. „In der Hauptzeit fangen wir 200 bis 400 Kilogramm mit jedem Schiff“, erklärt Nanz. Da der Winter in diesem Jahr nicht besonders kalt war, sind die Heringe schon seit Anfang März unterwegs. Bei der letzten schönen Wetterphase hatte der Fischer bereits an einem Tag 300 Kilo herausgeholt. „Aber die Natur können wir zum Glück nicht beeinflussen“, meint Jan Lorenz Fischer.  Deshalb bleiben die beiden Fischer auch zurzeit  noch ganz ruhig, denn dieser Tage sind weniger Heringe als erwartet da. „Die Heringe mögen den Ostwind nicht“, weiß Matthias Nanz, „wenn wir Regen haben und Westwind, kämpfen sich die Fische gegen die Strömung.“ Beide wissen, dass ihre Zeit kommt, denn die Wasserqualität ist gut und wird fast jedes Jahr besser. Was beide Berufsfischer wirklich nervt, sind die Kormorane, die mittlerweile gelernt haben, sich die Heringe im Netz zu holen. Deshalb freuen sie sich, dass mittlerweile nicht nur ein Seeadler über der Schlei seine Kreise zieht, sondern vier auf der Suche nach Futter sind. Kormorane stehen auf der Speisekarte der Seeadler. „Heringe zwar auch, aber das ist zu vernachlässigen“, so Nanz.

„Zum Fischer musst du geboren sein.“

Je nach Lage dauert die Heringssaison bis Anfang Mai. Dann gehören nicht nur Privatleute zu seinen Kunden sondern auch Köche der umliegenden Restaurants, denn frischer als hier können die Fische nicht gekauft werden.

Und gebratener Hering in allen Variationen, mit Bratkartoffeln, gehört rund um Schlei und Ostsee zu den beliebtesten Gerichten im Frühling. Das wissen auch die restaurants in der region und stellen sich ab März gerne auf das „Silber der Schlei“ auf ihrer Speisekarte ein.

Nicht alle Heringe werden „geschlachtet“, das heißt ohne Kopf und Innereien verkauft. „Viele Kunden mögen sie ganz“, so Matthias Nanz, „einige finden die praktischer zum Räuchern, andere mögen gern den Rogen.“ In Mecklenburg-Vorpommern gilt der Rogen des Herings als Delikatesse.

Der Schleihering ist besonders groß und deshalb auch besonders beliebt. Auch in  Maasholm, Kappeln und Schleswig gehen Fischer auf Hering. Nanz und Fischer fangen seit 35 und 57 Jahren im Bereich Brodersby/Missunde, denn hier kommt der Wind nicht so hart an und das Wasser ist tief, Vorteile, die sie immer schon zu schätzen wussten.

Viele Arbeiter hatten von ihren Gutsherren eine Erlaubnis, auf der Schlei nach Heringen zu fischen. Besonders in der Kappelner Gegend waren deshalb zahlreiche Fangzäune aufgestellt. Heute steht hier nur noch einer. Diese Erlaubnis sicherte den Familie zum Teil das Überleben. Deshalb warteten die Menschen darauf, dass der Winter zu Ende ging und endlich wieder Heringe aus der Schlei geholt werden konnten. Öfters war es viel später im Frühling als in diesem Jahr, denn oft waren Ostsee und Schlei im März noch zugefroren. So wie im letzten Jahr, als ein erneuter Wintereinbruch im März die Heringszeit nach hinten verlagerte.

Matthias Nanz liebt es, am frühen Morgen auf die Schlei rauszufahren und seine Netze einzuholen. „Dafür musst du geboren sein“, meint er. Leider seien die Rahmenbedingungen für die nachfolgenden Generatioen nicht mehr gegeben, es sei ein aussterbender Beruf. In der Schleswiger Zunft sind zurzeit zehn Fischer, davon nur fünf unter 60 Jahren.

In der Zeit der Heringssaison sind die beiden Fischer jeden Tag der Woche von 10 bis 10.30 Uhr neben der Missunder Fähre anzutreffen.jus