Die Wochenschau

Unterwegs mit der WochenSchau: Schülerpraktikum bei der Bundespolizei in SH

Hinter die Kulissen blicken

19. Februar: 

Vier Jugendliche aus dem Raum Flensburg und Sylt absolvierten ein einwöchiges Praktikum bei der Bundespolizei in Schleswig-Holstein. Auf ihren vielen Stationen machten sie dabei auch Halt bei der Fliegerstaffel in Fuhlendorf. Die Praktikanten bekamen ein Gefühl für die Arbeit in einem Hubschrauber  und nahmen auf dem Pilotensitz Platz

Eigentlich sollten die vier Jugendlichen in der Schule sitzen und lernen. Stattdessen sind Alisa Büchner (14), Lukas Treike (15), Bennet Mücher (14), alle aus dem Raum Flensburg, und die Sylterin Tabea Japsen (14) bei der Polizei. Doch die Schüler haben nichts ausgefressen. Sie beteiligen sich  an dem einwöchigen Praktikum bei der Bundespolizei (BPOL) in Schleswig-Holstein.  Dabei führt sie ihr Weg auch nach Fuhlendorf. Dort haben die Praktikanten die Chance, bei der Fliegerstaffel der BPOL hinter die Kulissen zu blicken.

Noch stehen die Vier eng zusammen in der kleinen Eingangshalle der Polizeiwache.  Einsatzpilot Thorsten Rahlmeier hat bereits auf sie gewartet. Auf seine Eingangsfrage, was die Jugendlichen bereits von der Fliegerstaffel wissen, folgt allgemeines Schweigen. Doch dann hebt Bennet zögerlich die Hand und gibt sein Wissen preis. „Sie machen Kontrollflüge über Nord- und Ostsee und gucken, was dort so passiert und dass die Schiffe nichts hinterlassen“, antwortet der 14-Jährige. Mit dieser Kenntnis habe der Schüler direkt ins Schwarze getroffen. Er spreche bereits das Aufgabengebiet an, auf das seit diesem Jahr ein Schwerpunkt gesetzt werde, so der Einsatzpilot.

Doch damit nicht genug der  Pflichten: Im Versammlungsraum nebenan bringen Rahlmeier und sein Kollege, Jungpilot Christoph Göllner, den Schülern die weiteren Aufgabengebiete der Fliegerstaffel näher.  „Wir sind vor allem ein Servicedienstleiter. Oder anders gesagt: Wir sind die Kutscher“, sagt Rahlmeier. Verunglückte werden gerettet oder Ärzte in Katastrophengebiete geflogen.

 

Flüchtigen Verbrechern auf der Spur

 

Die Besatzung befördert aber auch „sicherheitsgefährdete Personen“ wie etwa Angela Merkel oder verfolgt flüchtige Verbrecher.

Die anfängliche Scheu der Jugendlichen ist verflogen, denn schon werden die ersten Fragen gestellt. Lukas will wissen, ob er für den Beruf des Piloten spezielle Fähigkeiten braucht. „Mathe und Physik sollten dir liegen“, sagt Göllner. Die Schüler schauen sich abrupt an.  „Aber keine Angst, du musst kein Genie sein“, so der Jungpilot. Außerdem muss bei Bewerbern die  Handfußkoordination stimmen – wie bei einem Schlagzeuger. Denn in einem Cockpit ist es erforderlich mit Armen und Beinen gleichzeitig verschiedene Bewegungen zu machen.

 

BPOL hat rund 90 Hubschrauber

 

Die routinierten Handlungsabläufe variieren jedoch von Maschine zu Maschine. Denn  den Piloten stehen in ganz Deutschland etwa 90 Hubschrauber zur Verfügung. „Wieso brauchen Sie so viele? Oder sind die wirklich alle gleichzeitig im Einsatz?“, fragt Lukas. Die hohe Anzahl sei notwendig, da stets einige der Maschinen gewartet werden und das auch mal mehrere Monate dauern kann, erzählt Rahlmeier. So ist gesichert, dass stets genügend Hubschrauber vorhanden sind.

„Doch nach der ganzen Theorie sehen wir uns endlich mal die Babys im Stall an“, sagt Rahlmeier und geht voraus in die Hubschrauberhalle. Dort stehen die blauen Mehrtonner in Reih und Glied. Und schon ergeben sich viele neue Fragen für die Praktikanten: „Was ist das?“, „Wozu ist dies da?“ oder „Wie lang und schwer ist der Hubschrauber?“  Doch die Schüler können nicht nur ihren Wissensdurst stillen, auch der Entdeckergeist kommt auf seine Kosten. Denn die Vier dürfen selbst einmal in die flugfähigen Tonnen steigen und sogar auf dem Pilotensitz Platz nehmen. Als Tabea und Alisa im Cockpit sitzen, herrscht kurze Zeit Stille.  „Ich bin gerade etwas überfordert wegen der vielen Knöpfe hier“, sagt Alisa. Doch Göllner weiß die Praktikantin zu beruhigen. „Das sieht im ersten Moment wirklich viel aus, aber du hast in der Ausbildung zwei Jahre Zeit, das alles zu lernen.“

Nach drei Stunden Fragen stellen, Fotos schießen und Zuhören neigt sich der Besuch bei der Fliegerstaffel dem Ende zu.

Das Fazit der Schüler fällt  positiv aus. „Es war interessant, die Hubschrauber in echt zu sehen. Ich hätte nie gedacht, dass die so groß sind. Im Fernsehen wirken die viel kleiner“, sagt Bennet. Außer Alisa bleibt der Beruf des Piloten für alle weiterhin auf der Liste möglicher Traumjobs. „Für mich ist das nichts, ich habe Höhenangst. Aber interessant war der Besuch trotzdem“, sagt sie. nig

„Eisenbahner“ diesen Sonntag in Oldenburg: Und eine Woche später gegen den HSV

ETSV Weiche will endlich Fahrt aufnehmen

19. Februar

Der ETSV Weiche Flensburg sehnt dem Ende der Winterpause entgegen. Wenn es das Wetter endlich zulässt, steigt für die „Eisenbahner“ an diesem Sonntag, um 14 Uhr, die erste Regionalligapartie des Jahres 2017. Dann sind die Fördestädter beim niedersächsischen Traditionsclub VfB Oldenburg zu Gast. Im Ringen um einen Spitzenplatz in der Nord-Staffel, gehen die Flensburger mit 33 Punkten aus 19 Partien und als Tabellenvierter in Rennen.  Der VfB lauert nur vier Zähler hinter dem ETSV auf Rang sechs. Für beide Teams scheint Klassenprimus SV Meppen jedoch zu weit entfernt. Denn die Emsländer, die zwar ein Spiel mehr ausgetragen haben, weisen eine Bilanz von imposanten 47 Punkten vor. So steht erst einmal der Kampf um die Vizemeisterschaft im Fokus des ETSV Weiche Flensburg und damit die Jagd auf den Schleswig-Holsteinischen Konkurrenten VfB Lübeck. Diese haben bei ebenfalls einer mehr ausgetragenen Partie, nur magere drei Zähler Vorsprung.

Mit guten Testergebnissen kann sich der ETSV berechtigte Hoffnungen auf eine erfolgreiche Rückrunde machen. Das erste Selbstvertrauen des Jahres 2017, brachte der Triumph beim Hallenmasters in Kiel. Auf grünem Rasen gab es einen klaren 5:0-Sieg über den eine Klasse tiefer angesiedelten SH-Ligisten Heider SV, der zum Schluss der Hinrunde in acht Partien ungeschlagen blieb und dabei sechs Siege einfuhr. Das 4:4 gegen den dänischen Drittligisten Kolding IF war ein richtiger Härtetest und dabei beeindruckte die Mannschaft von Daniel Jurgeleit, da sie einen 1:3-Halbzeitrückstand gegen das klassenhöhere Team noch egalisierte. Zum Abschluss gab es einen 2:0-Erfolg über den SH-Ligisten TSV Kropp, bei dem der ETSV im zweiten Durchgang erheblich zulegte und noch einige Chancen liegenließ. So wollen die Flensburger in Oldenburg endlich durchstarten und fiebern danach dem ersten Heimspiel des Jahres 2017 in der Regionalliga Nord entgegen. Dabei kommt es zu einem weiteren Verfolgerduell. Denn am kommenden Sonntag, 26. Februar, erwartet der ETSV den Hamburger SV II in Flensburg-Weiche. Der Anpfiff gegen die U 21 des Bundesliga-Dino erfolgt um 14 Uhr im Manfred-Werner-Stadion. Am Sonntag, 6. März, 14 Uhr, scheint die von der Papierform leichteste Aufgabe im schleswig-holsteinischen Stormarn anzustehen, wenn der ETSV Weiche beim SV Eichede zu Gast ist. Doch Vorsicht ist geboten. Denn das Tabellenschlusslicht ließ zuletzt mit einem 2:1-Auswärtssieg bei Hannover 96 II aufhorchen und will mit aller Macht gegen den Regionalligaabstieg kämpfen. Und eben die Niedersachsen sind danach Gast in der Bredstedter Straße. Am Sonntag, 12. März, geben die „Roten“ von Hannover 96 nämlich ihre Visitenkarte im Manfred-Werner-Stadion ab, in dem dann wieder um 14 Uhr der Anpfiff ertönt. jös