Die Wochenschau

Champions League: Die SG trifft auf den THW Kiel

"Mit Vollgas ins Landesderby"

14. Februar: 

Die Europameisterschaft  ist Geschichte. Die SG Flensburg-Handewitt hat dabei ein hartes Programm vor der Brust. Den Auftakt  macht in der europäischen Königsklasse der Handball-Klassiker schlechthin, denn an diesem Sonntag fordert die Mannschaft von Ljubomir Vranjes den Landesrivalen THW Kiel um 19.30 Uhr auf dem Flensburger Campus.

Landesderby in der Flens-Arena

"Die SG fordert den THW Kiel"

14. Februar

Diesen Sonntag  geht es für die SG Flensburg-Handewitt wieder in die Vollen. Der aktuelle DHB-Pokalsieger hat mehrere englische Wochen  vor sich. Und den Auftakt macht in der europäischen Königsklasse der Handball-Klassiker. Denn diesen Sonntag fordert die Mannschaft von Ljubomir Vranjes den  THW Kiel  um 19 Uhr auf dem Flensburger Campus. Dann will die SG nicht nur erfolgreich ins Handballjahr 2016 starten, sondern auch seine gute Ausgangsposition in der Champions League-Vorrunde untermauern. Mit 16:4 Punkten führt der Titelträger von 2014 die Gruppe A an und nimmt so nicht nur Kurs auf das Achtelfinale, sondern sogar auf das Viertelfinale. Denn die Sieger der Gruppen A und B ziehen vorzeitig in die Runde der letzten Acht  ein. Für den THW Kiel ist das Landesderby als Tabellenvierter  die letzte Chance, selbst noch um den Gruppensieg mitzuspielen.

Die Vorzeichen  sprechen für die SG Flensburg-Handewitt. Denn die neun bei der Europameisterschaft  eingesetzten Spieler sind ohne größere Blessuren zurückgekehrt. So kann Trainer Vranjes aus dem Vollen schöpfen, ein Tatbestand, der seinem Kollegen Alfred Gislasson nicht gegeben ist. Denn zwei Rückraumspieler, die mit Deutschland sensationell Europameister wurden, fallen längerfristig aus. Der auf der halblinken Königsposition für Furore sorgende Christian Dissinger muss ebenso passen wie Steffen Weinhold. Dem 29-jährigen ehemaligen SG-Spieler droht nach einer schweren Adduktorenverletzung  das Saisonaus. Zudem fehlen weiterhin  Kreisläufer Patrick Wiencek und Rene Toft Hansen. Ob Linksaußen Dominik Klein zur Verfügung steht, der nach seinem Kreuzbandriss ein vielumjubeltes Comeback feierte, dann aber mit einer Muskelverletzung passen musste, ist zumindest fraglich. Zudem wird wohl auch  Torsten Jansen  ausfallen. So liegt auf dieser Position weiter die große Last auf den Schultern von Rune Dahmke. Das Kieler Eigengewächs nutzte seine Chance und erzielt nicht nur viele Tore im Trikot des THW, sondern spielte  auch eine tolle Europameisterschaft.

Der durch die Verletzungen arg gebeutelte THW Kiel reagierte und legte auf dem Transfermarkt noch einmal nach. Geschäftsführer Thorsten Storm lotste dabei auch einen in Flensburg bestens Bekannten an die Kieler Förde. Mit Rückraumshooter Blazenko Lackovic heuerte der DHB-Pokalsieger von 2005 mit der SG  bei den Zebras an. Er soll  Christian Dissinger ersetzen. Neben dem bereits in der Hinrunde verpflichteten Ex-Flensburger Erlend Mamelund bediente sich der THW Kiel doppelt an der Konkursmasse des insolventen HSV Handball aus Hamburg. Für den rechten Rückraum wurde der estnische Nationalspieler Dener Jaanimaa als Weinhold-Ersatz verpflichtet, am Kreis wird Ilja Brozovic für Patrick Wiencek und Rene Toft Hansen in die Bresche springen. So verfügt der THW Kiel trotz aller Rückschläge über eine Mannschaft, die erfolgreich den deutschen Meistertitel verteidigen und  auch Akzente im Kampf um die Champions League setzen kann.

Die SG wiederum träumt nicht nur vom zweiten Triumph in der Champions League nach 2014, sondern auch von der zweiten deutschen Meisterschaft nach 2004. Dabei steht am Mittwoch, 17. Februar, die wohl wichtigste Partie im Ringen um die begehrte Schale an. Dann ist das Team von Ljubomir Vranjes beim Bundesligaprimus Rhein Neckar Löwen zu Gast. Der Anpfiff beim  Tabellenführer, der mit 34:4 Punkten nur drei Zähler Vorsprung auf die SG hat, erfolgt um 20.15 Uhr und wird live im Fernsehen auf Sport 1 übertagen. Dann will sich die SG für die bitterste Niederlage der Hinrunde revanchieren. Denn die Mannheimer gewannen am 2. Dezember des letzten Jahres  klar mit 32:25 in der Flens Arena. Bei einem Sieg der SG Flensburg-Handewitt würden die Karten aber neu gemischt werden und Spannung in den Dreikampf um die deutsche Meisterschaft bringen. Denn auch der aktuelle Meister THW Kiel (32:6 Punkte) liegt noch voll im Rennen.

„Wir haben ein richtig strammes und schwere Auftaktprogramm“, weiß auch SG-Geschäftsführer Dierk Schmäschke um die Wichtigkeit eines guten Starts in diesen beiden Topspielen. Denn nach dem Doppelpack  bleibt für seine Schützlinge keine Zeit zum Durchschnaufen. Bereits drei Tage später, Sonnabend, 20. Februar (17.30 Uhr), steigt die nächste Partie in der europäischen Königsklasse. Dann ist die SG zu Gast beim slowenischen Meister und Pokalsieger RK Celje. „Das wird eine ganz schwere Aufgabe, denn Celje hat eine sehr gute Mannschaft und ist vor allem sehr heimstark“, nimmt Schmäschke die Gastgeber sehr ernst, die in den vergangenen vier Jahren zwei Meisterschaften und vier Pokalsiege feierten.  jös