Die Wochenschau

Schafflund Open Air 2016: Am 2. Juli von 15 Uhr bis Mitternacht

"Livebands rocken die Bühne"

26. Juni: 

In Schafflund dreht sich am Sonnabend, 2. Juli, alles rund um die Musik. An diesem Tag steigt die mittlerweile zehnte Auflage des Schafflunder Open Air, bei der das Programm von 15 Uhr bis Mitternacht so lang sein wird wie nie zuvor: Bands wie „MerQury“,  „Pfefferminz“,  „Ride on“ und „United Four“ werden den zahlreichen Besuchern wieder ordentlich einheizen.

Schafflund Open Air 2016: Am 2. Juli von 15 Uhr bis Mitternacht

"10 Years – zehn Stunden Programm"

26. Juni

Ein Abend im September 2007: Die Cover-Band „Central Park“ tritt auf einer Bühne auf, die von zwei Lastwagen gebildet wird. Firmenfahrzeuge grenzen das Veranstaltungsgelände im Schafflunder Gewerbegebiet ab. 700 Leute strömen in den Nylannweg. Wie sich die Zeiten ändern: Längst ist das Schafflund Open Air eine Konstante in der Festivals-Landschaft des Nordens. „Eigentlich sind wir jedes Jahr gewachsen, im letzten Jahr haben wir an der 4.000er Marke gekratzt und 150 Sponsoren standen hinter uns“, bilanziert Bernd Hansen. Das Schafflunder Urgestein hat mit seiner Firma „W-F-E-Events“ erneut die Strippen in der Hand und hat das Konzept „Wir für euch“ längst auch außerhalb der Geest angewandt. In Tönning hat sich das Packhaus-Festival etabliert. Im Hafen der nordfriesischen Kleinstadt wird am 13. August die Rock-Post abgehen. Zusammen mit dem Tönninger Stadt-Marketing wird für 2017 bereits an einer maritimen Veranstaltung gefeilt.

Derzeit liegt der Fokus von Bernd Hansen aber  auf dem Schafflunder Open Air. Bei der zehnten Auflage am Sonnabend, 2. Juli, wird das Programm so lang wie nie: von 15 Uhr bis nach Mitternacht. Neueinsteiger und das Beste von gestern erobern die Bühne. „MerQury“ und „Pfefferminz“ kehren zurück. „United Four“ firmiert als „härteste Tanzkapelle der Welt“. Die Flensburger Rock-Cover-Band „Ride On“, Power-Frau „Cloey“ und Folk-Musikerin Hanne Kah komplettieren das prickelnde Line-Up. Dank einer Kooperation mit der Höruper Grafikerin Carola Jacobs gibt es – ein Novum – ein Festival-T-Shirt. „SOA – 10 Years“, leuchtet auf der Vorderseite, gepaart mit dem Slogan „Wir für euch!“ Das gute Stück ist im Online-Shop und natürlich am 2. Juli beim Schafflund Open Air zu ergattern. Wer es immer noch nicht mitbekommen hat: Die Tickets für das Rock-Ereignis, das abermals auf eine größere Fläche im Gewerbegebiet umgezogen ist, gibt es nur bei den Sponsoren. Nur für Gäste von außerhalb werden 100 Karten an der Abendkasse bereitgehalten.

Der frühe Vogel fängt den Wurm – dieses Motto zählt auch für das Schafflund Open Air. Denn es startet mit einem Geheim-Tipp: Hanne Kah und ihre Mitstreiter haben erst seit gut einem Jahr ihren Plattenvertrag, das Talent ist aber unüberhörbar. Der Folk wird getragen von der schön-kräftigen Stimme der gelernten Logopädin. County-Elemente, aber auch Pop-Anleihen bereichern die Songs, die das eine Mal munter – zum Beispiel bei „Amber“ –, das andere Mal sinnlich daherkommen, denn auch Balladen wie „Rain“ gehören zum Repertoire. Die Songs fließen weitgehend aus der eigenen Feder. Eine Cover-Version von „Jolene“ darf aber nicht fehlen. Um Hanne Kah herum gruppieren sich drei gute Musiker. Patrick Jost ist die männliche Stimme, zudem spielt er Gitarre und Akkordeon. Malte Schmidt sitzt am Schlagzeug und Keyboard. Niklas Quernheim brilliert an Kontrabass und E-Bass. Manchmal gastiert die Band auch nur in der akustischen Trio-Besetzung, also ohne Schlagzeug. Im Herbst erscheint das erste Album. „Wir sind den ganzen Sommer über auf Tour, um die Leute darauf vorzubereiten“, erklärt Hanne Kah, die am Tag vor Schafflund in Mainz auftritt und dann weiter nach Grömitz reist. Auf der Geest wird der Auftakt-Gig um eine ganz besondere Performance bereichert: Folk-Musik vom Telestapler.

Wiederholung gerne, wenn sie gut ist. Nach diesem Prinzip verfuhr das Schafflund Open Air und lud wie vor zwölf Monaten die Stuttgarter Band „Cloey“ ein. Wer erinnert sich nicht gerne an den Gig, der mit einem kräftigen Regenschauer startete. Die gleichnamige Frontfrau entpuppte sich zum Glück als Energiebündel, das die Tropfen mit kräftiger Stimme trocknete. „Ich habe extra Hochdeutsch geübt“, rief die sympathische Schwäbin damals in die Menge. „Cloey“ freute sich über ihren nördlichsten Auftritt überhaupt und inszenierte einen Gesangs-Wettbewerb zwischen Männern und Frauen. „Wir packen unsere Sachen und machen uns auf“, sang die Musikerin in ihrem Stück „Weg von hier“. Rotzige Gitarren und eine smarte Stimme trafen aufeinander und verschmolzen ineinander. Und „Cloey“ ist die Figur, die all das verkörpert. Anfang Juli wird sie sich je einen Gitarristen und Bassisten schnappen und wieder von Stuttgart nach Schafflund reisen. Zugabe erwünscht!

„Let the Good Times Roll“ – Zeitreisen sind doch möglich. Denn wenn „Ride On“ spielt, fühlt man sich in die 70er und 80er Jahre zurückversetzt. Aktuelles Beispiel: Bei der großen Flensburger Beatmusik-Show „Twist & Shout“ im Mai sprangen die Angeliter zwar erst spät auf den Veranstaltungszug, spielten dann aber mit Leib und Seele die großen Rock-Klassiker von Status Quo, AC/DC,  Rolling Stones, T-Rex oder Sweet. Auch beim „Flens-Festival“ oder diversen Stadtfesten präsentierten sie mit Hingabe ihren Power-Rock vom Feinsten und dürfen nun erstmals beim Schafflund Open Air ran. Man merkt es den erfahrenen Musikern, die seit 1979 auf der Bühne stehen, sofort an, dass sie voll hinter ihrem Konzept stehen. Der Sound der Band ist absolut authentisch. Schon beim ersten Riff weiß der Zuhörer, was die Stunde geschlagen hat. Zu „Ride On“ gehören Achim Stegelmann (Gitarre, Gesang), Frank Stegelmann (Drums, Percussion), Wolfgang Behrendt (Gitarre, Gesang) und Andreas Gerlach (Bass).

Über 1000 Konzerte mit über 500.000 Leuten – diese Zahlen sind bemerkenswert und dokumentieren ein Vierteljahrhundert. Denn „Pfefferminz“ wurde 1991 gegründet und kommt zum Jubiläum auf die Geest. „Mit Pfefferminz bin ich dein Prinz“ steht auf der Song-Liste. Dazu viele weitere Hits, die allesamt von Marius Müller Westernhagen stammen. Die Stormarner zelebrieren die deutschen Klassiker mit Gefühl und geballter Spielfreude. „Auch an Herrn Westernhagen ging das nicht spurlos vorbei“, erzählt Sänger Andreas „Hebby“ Gramkow. „Er findet das Ganze in Ordnung und lud uns mehrmals zu Tour-Proben, Smalltalk und zur Film-Premiere ein.“

Mehrfach bereicherte „Pfefferminz“ das Lineup der Kieler Woche. Kein Wunder, das Repertoire passt bestens zu einem Familien-Event. Wenn die Band den Westernhagen-Hit „Es geht mir gut“ anstimmt, schaut manch kleiner Sohn gebannt auf seinen steppenden Vater. Bei „Sexy“ wagt sich „Hebby“ Gramkow gerne in die Menge und hält das Mikro einigen „Freiwilligen“ vor die Nase. „Johnny Walker“, „Dicke“ und natürlich „Mit 18“ fehlen beim Marius-Revival natürlich auch nicht. Neben „Hebby“ Gramkow stehen Gunda Metze (Background-Gesang), Jockel Lüdeke (Gitarre), Dirk Meissner (Saxophon/Keyboards), Aldo Harms (Bass), Sunny Peterson (Schlagzeug) und Heiko Siebert (Gitarre) auf der Bühne.

Wenn nicht diese Band zu einem Rock-Festival auf der Geest passt – welche denn? „United Four“ präsentiert sich in eigenem Bühnenbild mit einer Show, die Musikalität, Stage-Acting, Wortwitz und Kuh-Image vereint. Die Musik-Szene spricht vom „Rinderwahnsinn“ aus Oldenburg und der „härtesten Tanzkapelle der Welt“. Mazze, Tommy, Kriss und Schüttie haben längst stetige Highlights wie die Kieler Woche und die Travemünder Woche getoppt. Das Quartett wurde durch diverse Fernseh-Auftritte sowie das Erreichen des Halbfinales der RTL-Show „Das Supertalent“ bekannt.

Mit einer rinderwahnsinnigen Spontaneität wird immer wieder das Publikum eingebunden. Party-Rock wird komplett neu definiert. Denn es werden nicht nur Songs von AC/DC oder „Kiss“ – natürlich maskiert – gecovert, sondern auch Helene Fischer oder David Guetta bekommen eine rockige Hommage von „United Four“ verpasst. Kurzum: Die Oldenburger Kuh-Rocker bieten nicht nur visuell einen extrem hohen Entertainment-Faktor, sondern sorgen auch akustisch für Überraschungen. Nach eigenen Angaben würde Mazze auf eine einsame  Insel ein Bett, Gitarre und Handy mitnehmen. Was wohl im Gepäck für die Tour nach Schafflund liegen wird?

Eine Show, die unvergesslich ist, unvergessliche Queen-Hits lieferte und auch diesmal für eine unvergessliche Nacht sorgen wird. „MerQury“ war bereits 2008 in Schafflund aufgetreten. „Let the show begin“, kündigte damals der kanadische Sänger Johnny Zatylny an – und zog das Publikum sofort in seinen Bann. „Ist er es wirklich?“, fragten sich Musik-Routiniers. Und diejenigen, die erst das Licht der Welt erblickten, als der geniale Freddie Mercury bereits das Zeitliche gesegnet hatte, übten sich auf der Luftgitarre. Inzwischen ist die große Rock-Legende seit einem Vierteljahrhundert „Made in Heaven“. Aber nicht nur „MerQury“ fragt in bester Highlander-Mentalität: „Who wants To Live Forever?“. Bei der bunten Show der Queen-Tribute-Band ahnt man, weshalb Fans in Nordamerika bei „Radio Gaga“ ihre T-Shirts auf die Bühne schmissen oder sich bei einer schier endlosen Version von „Anotherone bites the dust“ Wechselgesänge zwischen Publikum und Musiker entzünden. Bei „I want to break free“ stöckelt Johnny Zatylny stets in Frauenkleidern über die Bühne, den Staubsauger in der Hand. Drummer Falk Möckel, Gitarrist Thomas Engelmann, Bassist Volker Kaminski und Keyboarder Norbert Munser sorgen für den entsprechenden Klangteppich bei Klassikern wie „We Will Rock You“, „Bohemian Rhapsody“ oder „We Are The Champions“. Ende November steigt in Dresden stets eine Kultnacht für Freddie Mercury. Passend zum Todestag des Künstlers heißt es dann: „The Show Must Go On“. ki