Die Wochenschau

SG Flensburg-Handewitt:Letztes Heimspiel der Saison gegen Wetzlar

"Der Kampf um Platz 3"

24. Mai: 

Die SG Flensburg Handewitt kämpft nach dem Erfolg im DHB Pokal  im Saisonendspurt mit dem SC Magdeburg um den dritten Platz in der Handballbundesliga, der in der kommenden Spielzeit  den Start in der Champions League garantieren würde. Im letzten Heimspiel in dieser Saison trifft das Vranjes-Team am Sonnabend, 30. Mai, um 19 Uhr auf die HSG Wetzlar.

Nächsten Sonnabend das letzte Saisonheimspiel

"Die SG erwartet die HSG Wetzlar"

24. Mai

Die SG Flensburg-Handewitt setzt endgültig zum Saisonendspurt an. Noch drei Bundesligapartien und alle Messen der aktuellen Spielzeit sind gelesen.  Die SG hat dabei eine schwierige Saison  hinter sich, die  letztlich ein versöhnliches Ende fand. Zwar sorgte eine Verletztenmisere schon zu Beginn der Hinrunde dafür, dass  die deutsche Meisterschaft nicht an die Flensburger Förde gehen würde, doch einen Titel konnte die SG bekanntlich feiern,  den Gewinn des DHB-Pokals in der O2-World in Hamburg.

An die Stätte des Triumphes kehrt die Mannschaft von Erfolgscoach Ljubomir Vranjes, der  den Titel „Welttrainer des Jahres 2014“  verliehen bekam, am  Pfingstsonntag zurück. Denn um 15 Uhr (live auf Sport 1) erfolgt in der Elbmetropole der Anpfiff der Bundesligapartie beim HSV Hamburg.  Im Nordderby beim Tabellenachten erwartet die SG eine  schwere Aufgabe. Besonders pikant ist die  Tatsache, dass die Akteure des Pokalsiegers  auf zwei zukünftige Mitspieler treffen. Denn neben Rückraum-Shooter Petar Djordjic, der nach zwei Jahren an der Elbe wieder an die nördlichste Förde zurückkehrt, heuert auch  Kreisläufer Henrik Toft Hansen  bei der SG an. Zudem trifft das Vranjes-Team auf eine hoch motivierte Mannschaft der Gastgeber, die am vergangenen Wochenende das deutsche EHF-Pokalfinale bei den Füchsen Berlin erst nach großem Kampf mit 27:30 verlor. Die SG braucht trotz allem einen Sieg in Hamburg, um punktgleich vor dem SC Magdeburg und aufgrund der besseren Tordifferenz auf dem begehrten dritten Tabellenplatz zu bleiben, der die direkte Qualifikation für die Champions League bedeutet.

Ein Sieg ist auch im letzten Heimspiel der Saison Pflicht, in dem die SG am  Sonnabend, 30. Mai, um 19 Uhr auf die  HSG Wetzlar trifft.   Die Gäste aus Hessen, früher oftmals um den Klassenerhalt kämpfend, spielen eine gute Saison. Dies musste die SG im Hinspiel leidvoll erfahren, als sich die Mannschaft von Kai Wandschneider mit dem 22:22-Remis einen verdienten Zähler in ihrer heimischen Rittal-Arena erkämpfte. Doch das Vranjes-Team ist auch nur eine von sieben Mannschaften, die nicht das dortige Parkett als Verlierer verließ. Wetzlar behielt daheim mit 31:27 gegen die Rhein Neckar Löwen die Oberhand, sicherte sich ein 31:31-Remis gegen den SC Magdeburg und hatte auch gegen den THW Kiel  nur knapp mit 29:32 das Nachsehen. Auch auswärts weiß die HSG Wetzlar  zu gefallen. Beim heimstarken Europacupteilnehmer MT Melsungen sicherte man sich ein 28:28-Remis und beim derzeitigen Europacupplatzanwärter Frisch Auf Göppingen hatte das Wandschneider-Team nur hauchdünn mit 22:23 verloren.

Nach der Freitagpartie daheim gegen den VfL Gummersbach (Ergebnis lag bei Redaktionsschluss noch nicht vor), könnten auch die Hessen näher an die begehrten Europacupplätze in der Bundesliga herankommen und so eine starke Saison zu einem überraschenden Ende bringen. Ohne Druck kann die HSG Wetzlar dieses Ziel angehen. Denn Coach Kai Wandschneider kann auf einen ausgeglichenen Kader zurückgreifen, der schon zwischen den Pfosten mit internationaler Klasse aufwartet. Der spanische WM-Keeper José Hombrados ist in der Lage, jede gegnerische Angriffsreihe zur Verzweiflung zu treiben. Gleiches gilt für den  deutschen Nationaltorwart Andreas Wolff.

Auf der Spielmacherposition steht mit Ivano Balic der wohl größte Ausnahmespieler der vergangenen 15 Jahre. Der mittlerweile 36-jährige Kroate wurde 2003 und 2006 zum Welthandballer gewählt und gewann mit seinem Heimatland bei Welt- und Europameisterschaften sowie Olympischen Spielen zahlreiche Medaillen.  Der von vielen  Journalisten früher oftmals als „Ronaldinho des Handballs“ bezeichneten Kroate erhält in der Rückraum-Mitte vom deutschen Nationalspieler Steffen Fäth Unterstützung, der als große Hoffnung im Trikot mit dem Bundesadler gilt und mit 131 Toren unter den Top 20 der Bundesligatorjäger steht. Von den Anspielen des Spielmacher-Duos profitiert  Kreisläufer Jens Tiedtke, der als deutscher Nationalspieler vor allem sehr gut mit Fäth abgestimmt ist. Zudem ist Tiedtke im Innenblock der HSG-Deckung nicht wegzudenken. Gleiches gilt für Maximilian Holst, der vor der Saison den Weg vom Altmeister TV Großwallstadt nach Wetzlar fand. Torgefahr strahlen auf der rechen Rückraumposition  Kent Robin Tönnesen und Evars Klesniks aus. Während der 23-jährige Norweger Tönnesen mit Schnelligkeit die gegnerische Deckung aufreißt, verfügt der Lette Klesniks über zwölf Jahre Bundesligaerfahrung und Wurfkraft.  Zudem setzt er  immer wieder seinen französischen Mitspieler und Rechtsaußen Guillaume Joli  gut in Szene. Die linke Seite ist durch den 2,04 Meter Hünen Kristian Bliznac stark besetzt. Mit 104 Kilogramm verfügt der Schwede über das nötige Durchsetzungsvermögen und teilt sich die Verantwortung mit dem Bosnier Adnan Harmandi. Die linke Seite wird durch den mazedonischen Nationalspieler Dejan Manaskov komplettiert, der   bei Tempogegenstößen pfeilschnell nach vorne läuft. 

So erwartet die SG Flensburg-Handewitt eine spielstarke und auch international erfahre Mannschaft der HSG Wetzlar. Dennoch will das Vranjes-Team im letzten Heimspiel der Saison mit aller Macht die zwei Punkte auf dem Weg in die europäische Königsklasse in der „Hölle Nord“ behalten. jös