Die Wochenschau

Beliebt bei jungen Mädchen: „Selfies“ auf den Bahnschienen

"Lebensgefahr auf dem Gleis"

24. Juli: 

Hanna und Saskia (Namen von der Redaktion geändert) sind beste Freundinnen.  Als sie kürzlich in Breklum unterwegs sind und zufällig an der Brücke vorbeikommen, haben sie die coole Idee sich auf den Bahnschienen fotografieren zu lassen. So ein Motiv haben sie schon woanders gesehen und toll gefunden.  Was sie nicht ahnen: Die Bundespolizei findet die Fotos im Internet.

Weiter auf Seite 3

Selfies auf dem Gleis

"Gefährlicher Trend bei jungen Mädchen"

24. Juli

Heiko Kraft, Polizeioberkommissar und Präventionsbeauftragter der Bundespolizei,  sitzt immer wieder mal am Rechner und  schaut nach „Selfies“ auf den Bahngleisen. Als er Hanna und Saskia bei Instagram entdeckt, zögert er nicht lange und greift zum Telefonhörer.  Er kennt die beiden Mädchen von klein auf an und spricht erst mit den Eltern, erklärt ihnen die Problematik.  Die wissen von der Aktion ihrer Töchter nichts,  sind  aber sofort damit einverstanden, dass der Bundespolizist sich die beiden Mädchen „vornimmt“.

Saskia und Hanna fallen aus allen Wolken, als  Heiko Kraft sie auf die Fotos anspricht. Und später rollen sogar Tränen.  „Sie waren sich beide nicht bewusst in welche Gefahr sie sich begeben haben“, erzählt Heiko Kraft.  „Die heutigen Züge hört man nicht mehr und der Lokführer hat keine Chance zeitig zu bremsen.“ Selfies auf den Bahngleisen sind ein gefährlicher Trend unter jungen Mädchen, wie der Bundespolizist weiter erklärt.   Immer wieder  kommt es im Bundesgebiet zu Schwerverletzten oder gar  Todesfällen. Von dem Trauma der Lokführer ganz zu schweigen.

Doch warum  gerade Fotos auf Bahnschienen?

„Sie stehen für ein Zeichen ewiger Freundschaft und sind ein Symbol für Unendlichkeit“, weiß Heiko Kraft.  Dabei  müsste allen klar sein: Gleise zu betreten ist verboten und wird  mit einem Bußgeld geahndet. Wer einen Zug bremst, begeht sogar ein Straftat und muss   mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen.  Verursacher werden zu hohen Geldbeträgen herangezogen, wenn  die Bahn bei Verzögerungen Regressansprüche stellt. Doch  Heiko Kraft will es gar nicht so weit kommen lassen.  Er hat Hanna und Saskia mündlich verwarnt und an ihr Gewissen appelliert.  Überhaupt liegt ihm die Präventionsarbeit am Herzen. In Schulen in ganz Schleswig-Holstein  macht er  – und auch sein Kollege   Hanspeter Schwarz  -  auf die Gefahr  im Gleis aufmerksam.  Ihn ärgern besonders Bilder professioneller Fotografen, die auch immer wieder gerne Schienen, Weichen  und Bahnhöfe als Motiv auswählen. „Das sieht vielleicht schön aus,  ist  aber einfach verboten- und lebensgefährlich!“  Nach Möglichkeit werden solche Fotos radikal gelöscht.

Hanna und Saskia sind jetzt schlauer. Sie wissen beide, dass sie Glück hatten und ihnen nichts passiert ist. Und wenn sie   nun  Fotos von Freunden auf Schienen sehen, sagen sie:  „Lasst solche Dummheit sein! Es gibt auch andere schöne Motive!“ upu