Die Wochenschau

Ein Hattstedter stellt sein Hobby vor: Lukas Wolff-Paulsen liebt das Segelfliegen

Er geht gerne in die Luft

Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein, sang einst Reinhard Mey. Doch Lukas Wolff-Paulsen aus Hattstedt muss gar nicht so weit nach oben, um dieses Hochgefühl zu erleben. Mit dem Segelflieger gleitet er stets unter der Wolkendecke entlang. „Fliegen macht mir einfach Spaß. Man spürt die Natur unmittelbar und diese Freiheit, da man  sich fast grenzenlos bewegen kann“, erzählt der Hattstedter. Deswegen kommt Wolff-Paulsen sooft er kann zum Flugplatz nach Leck, um für sein Hobby in die Luft zu gehen.

Als kleiner Junge sah der Hattstedter dem Einsatz eines Rettungshubschraubers zu.  Seit dem Moment ließ ihn der Wunsch, selbst zu fliegen, nicht mehr los. Für einen Schnuppertag kam er als Jugendlicher nach Leck. Zusammen mit einem Lehrer bestieg er ein Flugzeug und  schon ging es in die Luft. „Es war sehr, sehr cool. Ich war zwar etwas aufgeregt, aber auch von Anfang an begeistert“, erzählt er. Das Gefühl steigerte sich noch, als Wolff-Paulsen sogar selbst Kurven fliegen durfte. Das klare Wetter und die weite Aussicht taten ihr Übriges: Der Wunsch zu fliegen, hatte sich für den Hattstedter noch gefestigt.

Um seinen Traum zu realisieren, kaufte sich Wolff-Paulsen  ein kleines Motorrad. Damit fuhr er jedes Wochenende die rund 30 Kilometer  bis nach Leck. Seine Schulung begann mit dem praktischen Teil. Das sei vor allem deswegen sinnvoll, da durch das halbe Jahr Fliegen die theoretischen Inhalte leichter nachvollziehbar sind. Während andere mehrere Jahre brauchen, konnte Wolff-Paulsen bereits nach gut zwölf Monaten die Prüfung angehen und bestand sie auf Anhieb. „Man wird auch nur dazu zugelassen, wenn man wirklich fliegen kann. Aber die meisten brauchen länger, bis sie soweit sind. Ich habe  mein anderes Hobby aufgegeben, um jedes Wochenende zu üben“, erzählt er.

Auch nach seiner Ausbildung ist der 18-Jährige immer noch oft in Leck anzutreffen; um ihn herum weitere Flugbegeisterte – denn Segelfliegen ist ein Teamsport. Man braucht mindestens drei Personen, die den Piloten vom Boden aus unterstützen: Einen Startleiter, der Funksprüche weitergibt, den Windenfahrer, der den Flieger mit der Seilwinde hochzieht sowie einen Assistenten am Flugzeug, der das Seil einklinkt und die Tragfläche beim Start waagerecht hält.

Hebt der 18-Jährige ab, pendelt er sich  auf einer Höhe  von bis zu 3.000 Meter ein. Segelflieger orientieren sich immer in Richtung der Wolken. Dort befinden sich die Aufwinde, die sie brauchen, um  Höhe zu gewinnen.  Während seiner Tour könne der 18-Jährige gut abschalten.  Sein Hobby sei deswegen ein guter Ausgleich zur Schule, denn in der Luft nimmt er Abstand vom Alltagsstress. Natürlich müsse er während des Fliegens konzentriert bleiben. „Mein längster Flug dauerte 5,5 Stunden.

Danach ist man schon kaputt und kann gut ein Bier am Grill trinken“, sagt er und fängt an zu lachen.

Im Gegensatz zu seinen Pilotenkollegen hat es der Hattstedter bisher immer wieder bis nach Leck geschafft. Es sei nicht selten, dass ein Segelflieger auf einem Acker landen müsse. Schuld daran sei meist ein Wetterumschwung oder dass der Pilot eine Lage falsch eingeschätzt hat. Doch für solche oder andere ungeplante Situationen werde jeder geschult, das Flugzeug im richtigen Moment abzufangen und hinzusetzen, so Wolff-Paulsen. Er weiß von einer ähnlichen Situation zu berichten. Während eines Wettbewerbs sei er in eine Windscherung gekommen und mit dem Flieger weggesackt. „Dann kamen die Bäume ein bisschen näher. Das war ein Moment, in dem mir das Herz in die Hose gerutscht ist. Aber es ist alles gut gegangen.“

Letztlich ist der 18-Jährige davon überzeugt, dass Segelfliegen ein sicheres Hobby ist. Notfälle gehen auf menschliches Versagen zurück. Und wenn es hart auf hart kommt, hat jeder Pilot einen Rettungsfallschirm dabei.

Lukas Wolff-Paulsen kann nur alle animieren, zu fliegen, das Gefühl und der  Ausblick – von oben auf eine aufgeräumte Welt zu gucken – sei es wert, so der Hattstedter.

Der 18-Jährige möchte das Fliegen nicht mehr missen, mehr noch: Sein Ziel ist es, auch beruflich in die Luft zu gehen, in welcher Form, ob als Linienflugpilot oder in einem Rettungshubschrauber, sei ihm egal - Hauptsache fliegen. nig

Ehrenamtliche Initiative ermöglicht „Kulturtreff Mittendrin“ in Bredstedt

Ein Treffpunkt für alle





Der neue „Kulturtreff Mittendrin“ möchte in Bredstedt Begegnungen von Menschen unterschiedlicher Kulturen ermöglichen. Die Einrichtung ist als Idee aus dem „Runden Tisch“ für ehrenamtliche Flüchtlingshelfer entstanden, der beim Team Integration der Amtsverwaltung angesiedelt ist. Eine Projekt-Arbeitsgruppe unter Leitung von Martje Petersen hat sich begleitet von Amtsmitarbeitern auf die Suche nach einem zentral gelegenen Raum in Bredstedt gemacht.

In der Osterstraße 53 sie sind fündig geworden. Leerstehende Geschäftsräume im Erdgeschoss des Hauses konnten angemietet werden. In den zurückliegenden Monaten ist dort der „Kulturtreff Mittendrin“ entstanden. Die Räume wurden hergerichtet und teils umgebaut.

Handwerksbetriebe, Einzelpersonen und weitere Unternehmen aus der Region haben sich vielfach kostenlos oder zu  günstigen Konditionen engagiert.  Auch die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung fördert das Projekt.  Im Rahmen des Programms „500 LandInitiativen“ erhielt der „Kulturtreff Mittendrin“ eine Zuwendung in Höhe von 10.000 Euro. „Bisher fehlte es nicht an Ideen und ehrenamtlichen Engagement, jedoch an Räumlichkeiten, die dafür dauerhaft zur Verfügung stehen“, sagt Martje Petersen. „Dieser Treff soll nun ein verlässlicher Ort der Begegnung sein, an dem eine gelebte Integration auf Augenhöhe stattfinden kann.“ Mit verschiedenen Angeboten möchten die Initiatoren zu Begegnungen motivieren, „kulturelle Hemmnisse“ abbauen und Neubürgern wie Alteingesessenen den Zugang zueinander ebnen.

Die Gruppe engagierter Freiwilliger wird die Öffnungszeiten des Treffs sicherstellen. An drei Tagen je Woche (dienstags bis donnerstags, 14.30 bis 18 Uhr) sollen Angebote etwa aus Themenbereichen wie „Freizeit“ und „Bildung“ wahrgenommen werden können. Die Vorschläge reichen von Beratung bei der  Wohnungssuche  über Bewerbungstraining, Hausaufgabenhilfe, Verkehrserziehung und Bastelnachmittage bis hin zu Näh- und Yoga-Kursen oder etwa dem bereits bewährten „Frauen-Café“, das organisiert von den Landfrauen einmal im Monat stattfindet.

„Aus dem Treff heraus sollen je nach Bedarf weitere Ideen entstehen“, sagt Jessica Mühlenbeck vom Team Integration. „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterstützen die ehrenamtlich Tätigen wo immer es nötig ist, sorgen für  Dozenten oder helfen beispielsweise mit Mitteln aus der allgemeinnützigen Spendenkammer des Amtes.“ Im Hintergrund stehe stets der Gedanke, Menschen zueinander zu bringen, so Mühlenbeck. Sie betont daher, dass die Angebote des „Kulturtreffs Mittendrin“ ausdrücklich allen Bürgerinnen und Bürgern der Region offen stehen.

Kontakt: Derya Schaarschmidt, Telefon 04671-919227 oder Jessica Mühlenbeck, Telefon 04671-9192154.