Die Wochenschau

Die WochenSchau vor Ort: Weihnachtsbäckerei für Kinder in Oster-Ohrstedt

Naschkatzen bei der Arbeit

11. Dezember: 

In der Weihnachtsbäckerei gibt es manche Leckerei – so lauten die ersten Textzeilen im Kinderlied von Rolf Zuckowski. Als Vorlage hätte ihm der Weihnachtsbackkurs von Sünje Thiesen in Oster-Ohrstedt dienen können. Mit Schürzen ausgestattet standen 15 Jungen und Mädchen an Arbeitsplatten, um den Teig zu kneten, ihn auszurollen und daraus leckere Kekse zu backen.

Kleine Nachwuchsbäcker zaubern weihnachtliche Köstlichkeiten: Es ist angenehm warm in der Ohrstedter Schulküche. In den Öfen liegen die ersten Leckereien auf den Blechen. Der Duft frisch gebackener Kekse steigt einem in die Nase. 15 Jungen und Mädchen besuchen den Kurs von Sünje Thiesen und ihren Helferinnen. Jedes Jahr können Kinder im Alter von sieben bis elf Jahren an der Weihnachtsbäckerei teilnehmen.

Die achtjährige Mira ist bereits zum dritten Mal in Folge dabei. Zusammen mit ihrer Mutter Sandra Tischer und der elfjährigen Heydi bereitet sie die Mandelhörnchen vor. Doch das ist gar nicht so leicht. „Das Marzipan ist etwas hart und deswegen fällt das Kneten mit dem Handmixer schwer“, sagt Tischer. Sie übernimmt die ersten Züge, um das Zucker-Eiweiß-Marzipan-Gemisch weich zu kneten.

 

Hilfe beim Kneten bekommen

 

Dann reicht sie den Mixer an ihre Tochter weiter. Daneben steht Heydi schon in den Startlöchern. Auf der Arbeitsplatte vor ihr liegen verstreut Mandelsplitter, die sie auf den fertig gerollten Mandelhörnchen verteilen will.

Während Heydi noch auf ihren Einsatz wartet, haben die siebenjährige Neele und der gleichaltrige Lennart am Tisch gegenüber alle Hände voll zu tun. Seite an Seite stehen die kleinen Blondschöpfe vor ihrer Arbeitsplatte und rollen konzentriert eine kleine Teigkugel nach der anderen. „Das macht Spaß“, sagt Neele und widmet sich wieder eingehend ihrer Aufgabe.

 

Spaß beim gemeinsamen  Backen

 

Lebhafter doch nicht weniger gewissenhaft geht es bei den fünf Mädchen am Nebentisch zu. Die Elf- und Achtjährigen kneten den Teig weich, rollen ihn aus und stechen Plätzchen aus. Zwischen Mehl und Schüsseln liegen die weihnachtlichen Förmchen herum. Mara entscheidet sich für eine Sternform, drückt sie in den weichen Teig und trennt die überschüssige Masse von den Formrändern ab – vorsichtig, damit der Stern nicht einreißt. Die noch weichen Kekse werden ans Ende des Tisches weitergegeben. Dort stehen Hanna und Johanna. Sie sind für die Verzierung zuständig. „Das Eigelb ist unsere Glasur und darauf verstreuen wir bunte und braune Streusel“, erzählt Hanna. Die Mädchen haben bei ihrer Arbeit sichtlich Spaß. Lautes Lachen und kleine harmlose Neckereien begleiten ihre Arbeit. So dauert es nicht lange bis sich die neunjährigen Thore und Tjark zu ihnen gesellen. Tjark ist das erste Mal beim Weihnachtsbackkurs dabei, packt aber schon kräftig mit an. Thore hat bereits Erfahrung sammeln können. „Ich mache das dritte Mal mit. Mir macht das hier alles Spaß. Zuhause backe ich auch manchmal mit meiner Mama“, erzählt er.

Auch Neele ist mittlerweile weiter gewandert. Am Mandelhörnchentisch hilft sie Mira und Heydi, den Teigförmchen ihren Feinschliff zu verpassen. Vorsichtig tunken die drei ihre Kekse in geschmolzene Schokolade und legen sie zum Trocknen auf ein Blech. Bei so vielen süßen Leckereien <wbr></wbr> läuft den Kindern nicht seltendas Wasser im Munde zusammen. Kleine Reste von Puderzucker und Schokolade an den Mundwinkeln verraten, dass ein paar Naschkatzen nicht mehr abwarten konnten. Nach knapp zwei Stunden können dann endlich alle Kinder ihre Kekse probieren. Das lassen sich die Jungen und Mädchen nicht zweimal sagen und schon kauen sie genüsslich Ausstechplätzchen, Wespennester, Nusskugeln und Mandelhörnchen – ein Moment der Stille in der sonst so lebhaften Weihnachtsbäckerei. „Jeder bekommt Kekse mit nach Hause. Und wer möchte, kann sie zu Hause nachbacken. Die Rezepte bekommen sie nämlich auch mit“, erzählt Sünje Thiesen. Seit mehr als zehn Jahren ruft sie zum Kinderbacken auf. „Natürlich können die Jungen und Mädchen auch alleine zu Hause backen, aber in der Gemeinschaft macht es einfach mehr Spaß.“ nig

Kreishandwerkerschaft: Obermeisterversammlung mit interessantem Vortrag

Brexit wird teuer für Deutschland

11. Dezember

„Wir haben viel zu tun, das Handwerk hat eine gute Konjunktur“, sagte Kreishandwerksmeister Rolf Hansen, der zu Beginn der diesjährigen Obermeisterversammlung zahlreiche Kollegen sowie Gäste aus Politik und Wirtschaft im Husumer Handwerkerhaus begrüßte. Als Referent hatten die Kreishandwerkerschaften erneut den Finanzwissenschaftler und Demographen Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen eingeladen. Der aus Niebüll stammende Referent hat seit 1995 einen Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre an der Universität Freiburg und war bereits zum elften Mal Vortragender bei den nordfriesischen Kreishandwerkerschaften.

 

Rückblick auf 12 Monate

 

„Demographie, Wirtschaft, Soziales: Was war in den vergangenen zwölf Monaten“, lautete das Thema, über das der Wissenschaftler wie gewohnt fachkundig, illuster und pointiert neunzig Minuten lang berichtete.

Zu Beginn seines Vortrages erwähnte Raffelhüschen den Brexit, für den sich die Briten entgegen aller demoskopischen Voraussagungen entschieden hätten. „Der Brexit wird teuer werden, aber nicht für die Briten“, betonte der Finanzwissenschaftler. Die Briten seien bisheriger Nettozahler in der Europäischen Union. Nach seinen Worten habe Großbritannien nun die Möglichkeit erhalten, die neben der EU bestehende Freihandelszone EFTA auszubauen und darin skandinavische Länder mit einzubeziehen. Die künftig ausfallenden Zahlungen der Briten in die EU-Kasse kämen nun auf Deutschland zu, um die südeuropäischen Staaten vor der Pleite zu bewahren.

 

Thema „Rente“

 

Ein weiteres Thema widmete der Professor dem Thema Renten und analysierte das vor wenigen Tagen von Arbeits- und Sozialministerin Andrea Nahles bekanntgegebene neue Rentenkonzept, das unter anderen die Rentenangleichung zwischen Ost und West zum Ziel hat.

Da gebe es nur in umgekehrter Reihenfolge etwas anzugleichen, denn aufgrund unterschiedlicher Rentenformeln bezögen die Rentner Ostdeutschlands schon jetzt durchschnittlich wesentlich höhere Renten als die Westdeutschen. Eine klare Absage erteilte Raffelhüschen dem Vorhaben der Ministerin, das Rentenniveau bis 2045 nicht unter 46 Prozent absinken und den Beitragssatz für die Erwerbstätigen auf 25 Prozent steigen zu lassen. „Damit werden die Jüngeren stark belastet. Es ist nur fair und generationengerecht, wenn die Erwerbstätigen nicht mehr als ein Fünftel ihres Einkommens für die Alterssicherung zu zahlen haben“, sagte der Wissenschaftler.

Keine Altersarmut

in großem RahmenEine vielfach befürchtete Altersarmut im größeren Umfang werde es nicht geben, da die Älteren zudem über Betriebsrenten und private Vorsorge verfügen könnten.

Der Finanzwissenschaftler plädierte deutlich für die Beibehaltung der unter Bundeskanzler Gerhard Schröder von der so genannten Rürup-Kommission erschaffenen Maßnahmen zur Stabilisierung der sozialen Sicherungssysteme. <wbr></wbr> knu