Die Wochenschau

Motorsport: Hotwheelz-Dragster-Rennen auf dem Flugplatz in Husum-Schwesing

“Tollkühne Piloten in fliegenden Kisten“

21. August: 

Auf dem Flugplatz Husum-Schwesing geht es an diesem Wochenende rund: Am Sonnabend, 20. August, und Sonntag, 21. August, steigen im Rahmen der Hotwheelz-Dragster-Rennen tollkühne Männer in ihre Kisten. Die Fahrzeuge haben zum Teil mehr als 1.000 Pferdestärken. Die Boliden erreichen Geschwindigkeiten von mehr als 300 Stundenkilometern.

Hotwheelz in Husum - Den Kampfpiloten auf der Spur

Husum. Die Fahrer werden beim Start derart in ihre Sitze gedrückt, dass das Vierfache ihres eigenen Körpergewichts auf sie einwirkt. Kräfte, denen ansonsten Kampfpiloten ausgesetzt sind.

Auch abseits der Rennpiste wird den Zuschauern einiges geboten. Offene Fahrerlager ermöglichen es dem technikinteressierten Besucher, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Auf ihre Kosten kommen am 20. und 21. August auch all jene Besucher, deren Herzen für nostalgische Fahrzeuge sowie US-Cars schlagen. „Jeder Fahrer eines Oldtimers oder US-Cars, der sein Fahrzeug auf dem Veranstaltungsgelände ausstellt, erhält selbstverständlich freien Eintritt“, so Michael Ebsen. Abgerundet wird das Angebot durch Quadfahrten und eine Händlermeile.

Mobbing: Weil Momme Schwächeren half, wurde er zum Opfer

“Tritte für gutes Sozialverhalten“

21. August

 

Immer wieder ist zu hören, dass es Menschen an Zivilcourage mangele und sie lieber wegsähen als einzugreifen, wenn sie tätliche Angriffe auf andere Mitbürger bemerkten. Was aber passieren kann, wenn jemand Wehrlosen oder Schwächeren zur Seite steht, das hat Momme (Name von der Redaktion geändert) in jungen Jahren leidvoll erfahren. Und er möchte seine Erlebnisse nicht für sich behalten. „Ich wünsche mir ganz einfach Gerechtigkeit und dass diejenigen Konsequenzen zu tragen haben, die andere ärgern, mobben und sogar tätlich angreifen“, so Mommes Wunsch. Das sollte kein Problem sein, könnte man meinen, aber dafür müssten die „Opfer“ erst einmal Gehör finden bei jemandem, der ihre Geschichte glaubt und in der Lage ist, für Abhilfe zu sorgen.

Kinder trauen sich meist nicht, über ihre Probleme zu sprechen, aber auch ältere Mobbing-Opfer behalten ihre oft schlimmen Erlebnisse meist für sich. Wenn sie dann allerdings, wie Momme, darunter nicht nur seelisch, sondern auch körperlich leiden, kommt die Geschichte zur Sprache. „Bei mir hat alles damit angefangen, dass ich mich für jüngere Schüler eingesetzt und darum gebeten habe, etwas rücksichtsvoller mit ihnen umzugehen“, blickt Momme zurück.

Kein Interesse an Aufklärung

Das Ergebnis war ein gezielter Tritt in den Rücken mit nachfolgendem Krankenhausaufenthalt. Als Mommes Eltern die Angelegenheit aufgeklärt wissen wollten, stellten sie zu ihrem Erstaunen fest, dass außer ihnen wohl niemand ernsthaftes Interesse daran hatte. „Es wurde unterstellt, dass sich unser Sohn die Geschichte, die dem Ruf der Schule schade, wohl ausgedacht hätte - oder dass sie auf dem Schulweg passiert sei. Es geschah jedenfalls nichts“, erinnert sich Mommes Mutter. Als es noch weitere Vorfälle gab, suchte sie sich Hilfe: beim „Weißen Ring“, beim Kinderschutz-Zentrum in Husum - und sogar bei der Polizeidienststelle in Bredstedt.

Und hier hatte Momme zum ersten Mal das Gefühl, ernst genommen zu werden: „Der noch ziemlich junge Polizeibeamte hat lange mit mir geredet und aus seiner eigenen Schulzeit berichtet, die auch nicht immer einfach war. Er hat gesagt, dass er mein Verhalten gut fand, mir aber am Schluss geraten, ein bisschen mehr auf mich zu achten und mich nicht nur für andere einzusetzen.“ Aber hier nun abzuwägen, das ist für ein Kind nicht einfach. Besonders dann nicht, wenn es wie Momme und seine Geschwister in einer Familie aufgewachsen ist, in der Sozialkompetenz einen hohen Stellenwert hat.

Eben weil ihm die anderen nicht egal sind, war Momme zeitweise Klassensprecher und hat sich für Konfliktregelungen eingesetzt. Aber leider musste er erfahren, dass außer der Zusicherung sich kümmern zu wollen nichts passierte. Schlagen, Treten und das Ausreißen ganzer Haarbüschel blieben weiterhin ohne Konsequenz, ebenso wie in den Schulranzen gekippter Saft. Nun sollte Momme eigentlich die Nase voll davon haben, sich bei Konflikten einzumischen. Aber weit gefehlt: „Ich finde, Probleme müssen angesprochen werden - und zwar dort, wo sie auftauchen. Es bringt nichts, über Missstände herzuziehen. Davon wird nichts besser!“ Zu einer solchen Haltung gehört viel Mut, den Momme hoffentlich noch lange hat. (wau)

Bildunterschrift: Nicht nur eine Schlägerei versetzt Kinder in Angst und Schrecken.

Foto: Polizeiliche Kriminalprävention der Länder & des Bundes