Die Wochenschau

Die WochenSchau verlost : 3 mal 2 Freikarten

“LaLeLu - Muss das sein!?“

25. September: 

Seit nunmehr 20 Jahren touren LaLeLu (Sanna Nyman, Tobias Hanf, Jan Melzer und Frank Valet) über die Bühnen im deutschsprachigen Raum.

Mit ihrem neuen Programm „Muss das sein!“ setzen sie einen neuen Meilenstein in der A-Capella-Comedy. Dabei machen sie auch Station in Schleswig.  

Für dieses Gastspiel verlost die WochenSchau 3 mal 2 Freikarten. 

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Claudia und Peter Röders:Puppen für Sesamstraße, Siebenstein und andere Produktionen

"Freundliche Monster kommen aus Idstedt"

25. September

Wer kann sich noch an seine Zeit mit der Sesamstraße erinnern? Liselotte Pulver moderierte damals die lehrreiche und unterhaltsame Kindersendung, war aber nicht die Hauptfigur. Wir alle kennen Samson und später auch Herrn von Bödefeld. Samson wurde in den ersten 6 Jahren der deutschen Produktion von Peter Röders gespielt und Herr von Bödefeld stammt aus der Idstedter Werkstatt Fabula, deren Inhaber Claudia und Peter Röders sind. Rudi der Rabe und der sprechende Koffer, beide aus der Serie „Siebenstein“, wurden ebenfalls in Idstedt geboren.

Für die WochenSchau öffneten nun Claudia und Peter Röders ihre Werkstatt in Idstedt. Die beiden haben das ehemalige Stallgebäude, im Untergeschoss Schweine- und Pferdehaltung, im Obergeschoss Heu, Stroh und viele Mäuse, zu einer Werkstatt umgebaut, die auf den ersten Blick aus allen Nähten platzt. Aber das Chaos ist sehr gut organisiert. Unten entstehen die Modelle aus Ton, wird geschliffen, gesägt und geklebt. Oben wird entworfen und genäht. Im Hintergrund läuft eigentlich ständig der 3-D-Drucker für die kleinen, mechanischen Feinteile, die früher in mühevoller Handarbeit aus Holz gefertigt wurden. An den Decken, Wänden und überall, wo Platz ist stehen oder hängen die unterschiedlichsten Figuren. Mittendrin die beiden lachenden Gesichter von „Fabula“. Sie gehören da so selbstverständlich hin, wie ihre teilweise überlebensgroßen Figuren.

Begonnen hat alles schon sehr früh. Kennengelernt haben sich Claudia und Peter auf seinem Seminar für Puppenspieler. Er war ursprünglich Heilpädagoge und hatte mit seinem Partner heilpädagogische Puppen entwickelt. Dann verstarb der Kasper der Kieler Nachrichten und Röders wollte diesen Job unbedingt. Obwohl ihn seine Eltern für verrückt erklärten, übernahm er den Part für einige Jahre. „Das war eine sehr lehrreiche Zeit für mich, obwohl ich teilweise im Pelzmantel spielen musste, weil es so kalt war“, erzählt Peter Röders uns. Danach gründete er seine eigene Bühne und spielte mit Unterstützung des Jugendamtes Straßentheater.

Claudia Röders kommt aus dem sozialpädagogischen Bereich und kam über diverse Seminare zum Puppenspiel. Auf einer dieser Veranstaltungen lernte sie ihren Peter kennen und zog 1989 von Frankfurt nach Idstedt.

Hier bauten sie zunächst kleinere Figuren fürs Theater bis die TV-Anfrage der Sesamstraße kam. Schnell wurde man auf Fabula aufmerksam und es kamen Aufträge für Bödefeld, der einzigen deutschen Figur der Sesamstraße, den Koffer, den Raben und eine Großfigur für Herman van Veen. Selbst der Hein Daddel des THW Kiel kommt aus Idstedt.

Bis eine solche Figur geboren ist vergehen teilweise sechs oder mehr Wochen. Wenn eine Vorlage, Zeichnung oder kleines Figürchen, vorhanden ist, fertigen Peter und Claudia eine kleine Plastik aus Ton. Dann wird diese Figur abgemessen und in etwa 200 facher Vergrößerung aus Schaumstoff geformt. Erst nach diesen Schritten geht es an das Original. Zwischendurch wird immer mal wieder eine Anprobe gemacht, damit der Sitz der übergroßen Puppe überprüft werden kann. Zumeist handelt es sich um Unikate. Manche davon finden den Weg zurück in die Werkstatt zur Ausbesserung oder Reparatur. Andere sieht Fabula nie wieder.

Die weltweite Auftragslage der beiden ist zur Zeit so gut, dass sie bis Anfang 2017 ausgebucht sind, so dass für ihr Theater kaum noch Zeit bleibt. Oft arbeiten sie auch am Wochenende und sind 24 Stunden rund u die Uhr zusammen. Warum das so gut funktioniert? Darüber wollen sie gar nicht nachdenken. Die Röders lieben ihre kleinen und großen Figuren. „Diese Arbeit ist unser Leben“ sagen sie und das strahlen die beiden auch aus. Über die Nachfolge machen sie sich wenig Gedanken, denn ans Aufhören denken sie noch lange nicht. heh