Die Wochenschau

ICOMOS empfiehlt dem UNESCO-Welterbekomitee die Eintragung von Haithabu und Danewerk

Bald Weltkulturerbe?

Seit 1972 verleiht die UNESCO die besondere Auszeichnung „Weltkulturerbe“ an Natur- und Kulturstätten, die von außergewöhnlicher Bedeutung für die gesamte Menschheit sind. Mit der Ernennung  ist eine langfristige Erhaltung und Pflege der Stätte gesichert sowie mit einem besonderen Bildungsauftrag verbunden. Seit 2015 befinden sich in Deutschland 40 Welterbestätten, davon drei in Schleswig-Holstein. Weitere sollen folgen und zwar, wenn es nach den Verantwortlichen vor Ort sowie dem Internationalen Rat für Denkmalpflege ICOMOS geht, auch wikingerzeitliche Seehandelsplatz Haithabu und das Grenzbauwerk  Danewerk. Es handelt sich hierbei um ein bedeutendes Stück nordeuropäischer Geschichte. Zwischen dem 8. und dem 11. Jahrhundert lagen die Stätten im Zentrum der Handelsnetze zwischen Nord- und Westeuropa und bildeten den Kern der Grenze zwischen dem dänischen Königreich und dem fränkischen Reich.

Schleswig Bereits vor 14 Jahren hatte der Schleswig-Holsteinische Landtag beschlossen, einen Antrag auf Anerkennung Haithabus und des Danewerks als Weltkulturerbe bei der UNESCO zu stellen. Doch leider ohne Erfolg. Das Archäologische Landesamt Schleswig-Holstein bereitete damals unter dem langjährigen Leiter Prof. Dr. Claus von Carnap-Bornheim den Welterbeantrag für Haithabu und Danewerk vor. Der internationale Antrag, zusammen mit Island, Dänemark, Lettland und Norwegen, unter dem Thema „Wikingerzeitliche Stätten in Nordeuropa“ wurde 2015 vom Welterbekomitee zur weiteren Überarbeitung zurückverwiesen und auch nicht mehr weiterverfolgt. Vielmehr formulierte das Archäologische Landesamt seinen Antrag um und fokussiere nunmehr nur noch auf Haithabu als einzigartigem wikingerzeitlichen Handelsknotenpunkt und das Grenzbauwerk Danewerk.

„Ich freue mich sehr darüber, dass ICOMOS unser Konzept zur Eintragung von Danewerk und Haithabu in die Welterbeliste so positiv aufgenommen hat. Die letzte Entscheidung wird nun das Welterbe-Komitee auf seiner Sitzung vom 24. Juni bis 4. Juli  in Bahrain treffen; mit der Stellungnahme durch ICOMOS ist eine gute Grundlage geschaffen“, ist sich Prof. Dr. Claus von Carnap-Bornheim sicher. Die Kulturministerin des Landes Schleswig-Holstein, Karin Prien, zeigte sich ebenfalls erfreut von der Nachricht. Die Empfehlung des Internationalen Rats für Denkmalpflege sei eine wichtige Etappe auf dem Weg zum Weltkulturerbe, sagt sie und fügt hinzu: „Es würdigt so schon jetzt das kulturelle Erbe der Wikinger.“

Das Befestigungssystem Danewerk und der frühstädtische Handelsplatz Haithabu im nördlichen Schleswig-Holstein gehören zu den bedeutendsten archäologischen Zeugnissen Nordeuropas, bestätigt das Archäologische Landesamt. An diesem Ort verbanden sich menschengemachte Strukturen und zeitgenössische Naturlandschaft untrennbar mit der einzigartigen geografischen Lage auf der Jütischen Halbinsel. Danewerk und Haithabu verkörpern einerseits die Austragung von Konflikten und die Kommunikation von Macht im Südskandinavien des ersten und frühen zweiten Jahrtausends n. Chr. So entstand eine Grenzlandschaft zum Austausch und den Handel zwischen dänischen, fränkischen, sächsischen und slawischen Gebieten. Die Vielfalt und die Qualität der archäologischen Zeugnisse von Haithabu und Danewerk belegen die einzigartige Rolle dieser Landschaft als Kern eines Grenzraums zwischen dem christlichen Kontinent und den skandinavischen Gesellschaften. „Das ist eine besonders gute Nachricht“, erklärt der CDU-Landtagsabgeordnete Johannes Callsen, als er von dem Votum des Internationalen Rates für Denkmalpflege (ICOMOS) erfuhr, Haithabu und das Danewerk zur Aufnahme in die Welterbeliste zu empfehlen. „Endlich zahlt sich die langjährige Arbeit des Archäologischen Landesamtes in Schleswig unter der Leitung von Prof. Dr. Claus von Carnap-Bornheim und Dr. Ulf Ickerodt aus.“

Es sei ihm eine Freude, insbesondere weil er die Bewerbung um das Welterbe in all den Jahren seiner Tätigkeit als Landtagsabgeordneter in Kiel stets unterstützt hat. awe

Schleswig soll Zentrum der Mode im Baltikum werden

Haute Couture in der Wikingerstadt

Schleswig. Alexander Reich und Chiara Hartmann haben eine Vision: Das international tätige Männermodel und die Eventmanagerin möchten aus Schleswig einen Meeting Point für die internationale Modebranche machen. Denn die Wikingerstadt − das wissen der Schleswiger und die Pforzheimerin − war in der Vergangenheit schon immer Treffpunkt, und ist auch heute noch im baltischen Raum bekannt. Den Grundstein soll eine Veranstaltung legen, die erstmals für Mai 2019 geplant ist und dann regelmäßig stattfinden soll: Das „Mare Baltikum“. Das  mehrtägige Event umfasst einen Mode-Award, eine Mode-Ausstellung und eine Modenschau durch Schleswigs Ladenzeile. Und hier kommt die Interessengemeinschaft Ladenstraße (IGL) ins Spiel: Denn für die Umsetzung der Idee sind Unterstützer und Sponsoren vor Ort gefragt.

IGl-Vorsitzender Klaus-Peter Jeß findet die Idee: „grundsächlich toll“ braucht aber noch − wie man in Schleswig sagt − „mehr Fleisch bei“. Für den Kaufmann muss die Idee noch konkreter werden. Rüdiger Knospe vom Stadtmarketing schätzt die Begeisterung und das Brennen für eine Sache: „Ich habe einen Hang zu schrägen Ideen.“

Und auch Bürgermeister Dr. Arthur Christiansen sichert den beiden Visionären Unterstützung zu und glaubt an diese „irre Idee“. Reich und Hartmann haben bereits viel Herzblut und an den Tag gelegt und viele Weichen gestellt. Nun liegt es an allen Beteiligten, die Summe von 300.000 Euro zu generieren. „Auch mit kleinen Beiträgen kommt diese Summe zusammen,“ ist Hartmann optimistisch. she