Die Wochenschau

3,3 Millionen teures Glasfassaden-Objekt: Platz für 55 Mitarbeiter

"Festliche Einweihung Stadtwerke-Neubau"

26. Mai: 

Die Schlange der geladenen Gäste, die vor dem weißen Festzelt Wind und Regen trotzten, zeigte deutlich: Hier wurde ein besonderes Ereignis gefeiert. Zur Einweihung des Stadtwerke-Neubaus auf dem Betriebsgelände in der Werkstraße waren rund 200 Gratulanten aus Wirtschaft, Verwaltung und Politik gekommen. Pünktlich um 12 Uhr traf auch Ministerpräsident Torsten Albig ein. In seiner Festrede betonte der  bestens gelaunte Politiker die Bedeutung der Stadtwerke für Schleswig und die Region. „Ohne die Stadtwerke ist es hier dunkel, kalt und schmutzig", fasste er zusammen und betonte gleichzeitig die Wichtigkeit dezentraler Energieversorgung wie sie die Schleswiger Stadtwerke praktizierten.

Im Anschluss an angenehm kurz gehaltenen Interviews erfolgte die symbolische Schlüsselübergabe durch Architekt Paul Sindram, der nicht ohne Stolz auf die Besonderheiten des Bauwerks verwies. In dem insgesamt 3,3 Millionen teuren Glasfassaden-Objekt finden 55 Mitarbeiter neue Arbeitsplätze. Neben einem kommunikativen und transparenten Konzept sei ihm vor allem die Sichtbarkeit des in der Senke gelegenen Gebäudes ein Anliegen gewesen, so der Architekt. Ein ausdrückliches Lob des Bauherren ging auch an die am Bau beteiligten Betriebe, die überwiegend aus der Region kommen.

Nach dem einleitenden Festakt erhielten die Besucher dann Gelegenheit, den Neubau selbst in Augenschein zu nehmen. Bereits auf dem Weg zu dem imposanten Gebäude erwartete die Gäste ein Highlight: Ein mächtiger Feldstein tanzte spielerisch leicht auf dem Wasser. Das viel bestaunte Kunstwerk wurde von dem bayerischen Skulpturen-Künstler Christian Tobin geschaffen. Zur Bearbeitung  wurde der tonnenschwere Findling aus einer Selker Kiesgrube durch die gesamte Republik an den Ammersee und zurück transportiert.

Nicht minder beeindruckt zeigten sich die Gäste von der großzügigen Innengestaltung des Gebäudes und der modernen Einrichtung der neuen Arbeitsplätze. Neben höhenverstellbaren Schreibtischen und ergonomischen Sitzmöglichkeiten sorgt ein eigener Fitnessraum mit modernsten Geräten für die Fitness der Mitarbeiter. (ksh)

Haustierbesitzer leiden immer mit

"Ein Tag beim Tierarzt"

26. Mai

Pixi ist ein Chinesischer Nackthund. Nur der kleine Kopf trägt ein dichtes Haarkleid. Es ist frisch und das große Federkissen wärmt den kleinen Patienten. Pixi ist an diesem Morgen nicht der einzige Patient aus Dänemark in der Tierarztpraxis. „Ein großer Teil unserer Stammkunden kommt aus Dänemark“, berichten Hanneke Groen und ihr Team. Das Team wird von zwei weiteren Tierärztinnen vervollständigt: Von Dr. Gaby Kahler und der ehemaligen Praxisinhaberin Dr. Maria Romansky-Rieken sowie von Britta Anthonisen, Julia Hammermann und Melanie Hass als tiermedizinische Fachangestellte, die jeden Tag alle Hände voll zu tun haben.

Neben „Pixi“ aus Ribe wartet Border Collie „Tika“ aus Apenrade darauf, kastriert zu werden. Die erste Beruhigungsspritze hat sie schon erhalten. Aber Tika ist nervös – es ist nicht ihr erster Tierarztbesuch und die Spritze wirkt nur langsam. Erst als sie auch auf Frauchens Schoß darf wird sie ruhiger und scheint einzuschlafen. Doch kaum soll ein kleiner Schäferhundwelpe an ihr vorbei ins Behandlungszimmer geführt werden, ist sie wieder „bellwach“. 

Während Tierärztin Gaby Kahler den Schäferhundwelpen gründlich untersucht und die notwendigen Impfungen verabreicht, operiert Tierärztin Hanneke Groen eine Hauskatze. Durch einen winzigen Schnitt in der Bauchdecke sollen die Eierstöcke entfernt werden, um zu vermeiden, dass diese Katze noch Junge bekommen kann. „Wir arbeiten eng mit dem Verein Tierschutz  zusammen“, berichtet die Tierärztin, die bereits zahlreiche auch wild lebende Katzen kastriert hat. 

Ein langer ArbeitstagAcht bis zehn Stunden dauert ein normaler Sprechtag in der Tierarztpraxis. Hinzu kommen für Besitzerin Hanneke Groen noch Zeiten für Organisation und Bestellungen, aber auch telefonische Beratungen und das Besprechen von Befunden. Auch die Euthanasie, das „Einschläfern“ ist dabei ein Thema. Denn worauf soll sich ein Haustierbesitzer verlassen, wenn er sich mit der Frage quält, ob es an der Zeit sei, seinen vierbeinigen Freund einschläfern zu lassen? Da kann er nur auf den verantwortungsbewussten Rat einer Tierärztin oder eines Tierarztes hören, wenn es darum geht, ein geliebtes Tier von seinen Leiden zu erlösen. 

Der Traumberuf vieler Mädchen

Trotz so schwieriger Themen ist der Beruf der Tierärztin immer noch „der“ Lebenstraum vieler Mädchen. „Ich könnte mir keinen Bürojob vorstellen“, betont dann auch Hanneke Groen. „In diesem Beruf wird einem so viel zurückgegeben – vom Patienten Tier und natürlich vor allen Dingen von den Menschen.“ 

Wie viele gute Tierarztpraxen unterhalten auch Hanneke Groen und ihr Team einen 24 Stunden-Notdienst. „Diesen Notdienst sind wir einfach unseren Kunden schuldig“, so Hanneke Groen weiter. „Aber es ist sehr anstrengend, diesen Notdienst allein aufrecht zu erhalten.“ Es gibt in unserem Bereich keinen geregelten tierärztlichen Notdienst, so dass hier die Eigeninitiative der Tierärzte gefragt ist. „Eine Zusammenarbeit im Notdienst würde allen helfen.“

Dann ist der große „Rufus“ an der Reihe. Im Wartezimmer saß der Berner Sennen-Schäferhundmix noch aufrecht und strotzte vor Selbstbewusstsein. Damit ist es dann im Behandlungszimmer ganz schnell vorbei. Den auf die tiefste Stellung heruntergefahrenen Behandlungstisch ignoriert er und muss wie ein Häuflein Elend hinauf gehoben werden. Nach ein paar Leckerlies und überstandener Impfung fühlte er sich wieder pudelwohl. (jut)