Die Wochenschau

Die WochenSchau hat nachgefragt: Bei Ackerbauer Heinz-Josef Jockram

Bühne frei für den Raps

Wer auf der Landstraße entlangfährt, erblickt sie in regelmäßigen Abständen: Rapsfelder. Vor drei Wochen standen die Pflanzen in voller Blüte. Doch nach und nach verlieren sie ihr Farbkleid – und dann? Die WochenSchau am Sonntag sprach mit dem Landwirt Hein-Josef Jockram über den Nutzen der Rapspflanze für Bauern und dem Endverbraucher.

Gelbe Teppiche durchziehen zurzeit unser Land. Wie viele kleine Sonnen leuchten die zahlreichen Rapsblüten und lassen so manchen Vorbeiziehenden am Wegesrand verweilen.  Auch die Landwirte freuen sich über die Farbe auf ihren Feldern. Heinz-Josef Jockram aus dem Sönke-Nissen-Koog ist einer von ihnen. Die WochenSchau am Sonntag sprach mit ihm über die Bedeutung des Raps für die Landwirtschaft.

„Raps ist das schwarze Gold der Bauern“, sagt Jockram. Zwar erfreuen die gelben Blüten das Auge, doch für die Bauern zählt der schwarze Kern.  Mit der Zeit verlieren die Pflanzen ihr helles Kleid. Was übrig bleibt, sind die  Stängel, die als Schoten bezeichnet werden. Diese beherbergen kleine schwarze Körner, die  später verarbeitet werden.

Ernte im August

Ende August werden die Pflanzen gedroschen. „Wenn ein Korn mal so groß ist wie ein Stecknadelkopf, ist das schon das höchste der Gefühle“, erzählt Jockram. Doch trotz des kleinen Umfangs ernte der Bauer im Durchschnitt bis zu fünf Tonnen pro Jahr.

Jockram pflanzt neben Winterraps noch -weizen und -gerste sowie Zuckerrüben an. Die gelbe Pflanzensorte erbringe die geringste Erntemenge. Dass Jockram trotz der verhältnismäßig kleinen Ausbeute nicht auf Raps verzichtet, hat vor allem zwei Gründe. Zum einen ist der Preis für Rapskörner höher als etwa beim Weizen. Landwirte erhalten bis zu 360 Euro pro Tonne, doch lediglich 155 Euro für Weizen.  Zum anderen bereitet Raps einen guten Boden für weitere Feldfrüchte. Denn die Pflanzen lockern während der Wachstumsphase mit ihren langen Wurzeln die Erde auf. Das macht sich Jockram zum Vorteil. „Besonders Weizen wächst auf ehemaligen Rapsfeldern gut.“ Der Feldwechsel ergibt sich durch die fünfgliedrige Fruchtfolge, nach der Jockram vorgeht. Seine vier Pflanzensorten sät der Landwirt jährlich an einem anderen Platz. Das verhindere auch, dass Parasiten resistent gegen sortentypische Pflanzenschutzmittel werden. Seine Bilanz der letzten 20 Jahre zeigt, dass Jockrams Vorgehen gelingt. „Mein Ertrag ist immer recht gleich geblieben. Nur letztes Jahr hatten wir Pech“, berichtet er. Dieser Umstand war jedoch dem Wetter geschuldet.

Vom Acker in die Küche

Um so mehr freue er sich über den aktuellen Blütenstand auf seinen Feldern. Zeige es doch, dass seine bisherige Pflege gelungen ist, so Jockram.  Was speziell aus seinen Körner werde, wisse er nicht. Doch die Möglichkeiten sind vielfältig. Als Rapsöl lande die Pflanze unter anderem in der  Küche, werde dort zum Braten oder als Dressingzusatz zum Salat verwendet. Eine weitere Möglichkeit ist, das Öl als Biokraftstoff zu gebrauchen.

Doch nicht nur der Mensch hat seinen Nutzen an der gelben Pflanze.  Nebenprodukte bei der Rapsverarbeitung werden etwa an Tiere landwirtschaftlicher Betriebe verfüttert. Aber ein gestreiftes Insekt ist bereits jetzt Nutznießer der Blütenteppiche. „Der Raps selbst braucht die Biene nicht, denn er bestäubt sich auch selber. Doch da Raps bereits früh blüht, ist es eine wichtige Nahrungsquelle für die Biene“, erzählt der Landwirt.

Auch in den Folgejahren wird Jockram Raps anpflanzen. „Denn er gehört einfach zu Schleswig-Holstein dazu. Der Raps war schon lange hier, da hat das Rheinland erst angefangen, ihn anzubauen“, erzählt Jockram und er muss es wissen. Denn  der heutige Nordfriese  kommt gebürtig aus Dormagen bei Köln.

Vor mehr als 20 Jahren verkaufte seine Familie ihr Land, um der dortigen Industrie Platz zu machen. So zogen die Jockrams in den Sönke-Nissen-Koog. „Wir sind bereits in vierter Generation Landwirte“, sagt Heinz-Josef Jockram. Einen schöneren Beruf könne er sich nicht vorstellen. (nig)

Jubiläumsfeier: Das Infozentrums Wiedingharde in Klanxbüll feiert am 24. und 25. Juni

Mittsommerfest zum 20-Jährigen

Zwanzig Jahre ist es her, dass das Infozentrum Wiedingharde in Klanxbüll als „Projekt mit Modellcharakter“ seinen Betrieb aufgenommen hat. Die 1910 gebaute Villa wurde in den neunziger Jahren von der Gemeinde Klanxbüll erworben und mit Mitteln des Landes und der Europäischen Union saniert.

Mehr Miteinander als Gegeneinander und mehr Kooperation statt Konfrontation waren die Leitgedanken mit denen das Zentrum in Klanxbüll 1997 eröffnet wurde. Naturschützer und Windenergie-Betreiber, Fremdenverkehrsverein und Bauernverband, Krabben- und Muschelfischer, Kommune und Amt sowie Vertreter angrenzender dänischer Gemeinden arbeiteten partnerschaftlich und erfolgreich an der Idee, Aspekte von Geschichte, Natur und Kultur zu vereinen.

Mittsommerfest am 24. Juni

Seitdem besuchten viele tausend Menschen das Zentrum und füllten es mit Leben. Ein Grund zum Feiern, finden Klanxbülls Bürgermeister Friedhelm Bahnsen und das Team des Infozentrums. „Blumenkränze, weiße Kleider, althergebrachte Bräuche, Musik, Tanz und gutes Essen – was bei unseren Nachbarn in Skandinavien Tradition ist, wird in diesem Jahr anlässlich unseres Firmenjubiläums in die Wiedingharde gebracht. Unter dem Motto „Mittsommer“ haben wir für Sonnabend,  24. Juni,  und Sonntag, 25. Juni, ein buntes Festprogramm für alle zusammengestellt“, lädt Carola Steltner, Geschäftsführerin des Infozentrums, ein.

Los geht’s am Sonnabend  um 14.00 Uhr mit einer feierlichen Eröffnung, Kaffee- und Kuchenverkauf und dem Bändertanz der Wiedingharder Trachtengruppe. Unter dem traditionellen Mittsommerbaum ertönt am Nachmittag „Chamber Folk“, das ist Live-Musik aus Berlin.

Die Kleinsten können am Sonnabend Ponyreiten. Daneben laden vielfältige Angebote auf dem Außengelände und im Infozentrum ein, aktiv zu werden oder einfach zu verweilen. Die Fleischerei Knutzen aus Niebüll lockt mit kulinarischen Köstlichkeiten, wie z.B. belegten Broten mit Fisch, Ei und Krabben, mit einer schwedischen Sommersuppe, jungen Kartoffeln mit Hering oder Köttbullar mit Preiselbeerkompott.

Wer mag, kann sich  bei einer geführten Shuttle-Tour eine Windkraftanlage im Friedrich-Wilhelm-Lübke-Koog besteigen.  Zunächst geht es mit einem Fahrstuhl ein Stück in die Höhe, danach mit eigener Kraft weiter nach oben, wo die sportlichen Kletterer mit einem überragenden Blick über Felder, Wiesen und die Dörfer der Wiedingharde belohnt werden.  Nur nach vorheriger Anmeldung, weitere Infos im Infozentrum unter Tel. 04668-313, bei zu vielen Anmeldungen entscheidet das Los.

Der Tourismus-Verein Wiedingharde e.V., der seinen Bürositz im Infozentrum hat, holt den sogenannten „Schlafstrandkorb“ für dieses Wochenende nach Klanxbüll und bietet eine Glücks.Wachstums.Lotterie an. Als Hauptpreise winken gestiftete Übernachtungsgutscheine von Vermietern des Vereins und eine „Nacht unterm Stjärnhimmel (schwedisch = Sternenhimmel)“ für zwei Personen im Schlafstrandkorb von Sonnabend auf Sonntag auf dem Festgelände. Von allen anderen Gästen kann der Korb tagsüber ausgiebig getestet werden.

 „Und ab 20.00 Uhr dürfen wir dann bei hoffentlich bestem Wetter unter freiem Himmel den Auftritt der Band „Mykket Morton“ erleben. Die vier Jungs aus Kassel spielen eine tanzbare Mischung aus Pop, Indie, Folk und Rock. Natürlich entzünden wir auch ein ‚Schwedenfeuer‘ und lassen den Abend mit Getränken und Imbissen gemeinsam am Feuer ausklingen“, so Carola Steltner weiter.

An beiden Tagen wird es im Obergeschoss des Zentrums eine Kunstausstellung von Catharine Meseritzer aus Niebüll geben und sie lädt alle Gäste ein, sich selbst an verschiedenen Maltechniken auszuprobieren. Auch der Naturschutzverein Wiedingharde e.V. bereitet im Obergeschoss eine Ausstellung vor, die mit Naturfotos des Hobbyfotografen Matthias Fichtner abgerundet wird. Daneben hat sich die Mobile Messerschleiferei Windmann aus Ulsnis angekündigt. An beiden Festtagen können Gäste ihre Lieblings- und Arbeitsmesser, Scheren oder das geschätzte Erbstück wieder scharf und funktionstüchtig schleifen lassen. Auch Werkzeuge und Gartengeräte (bei größeren Gerätschaften müssen die Schneiden ausgebaut mitgebracht werden) können geschliffen werden.

Ökumenischer Gottesdienst

Am Sonntag wird der Tag morgens um 10.00 Uhr mit einem ökumenischen Gottesdienst  gemeinsam begonnen. Danach singen die „Liederfreunde Klanxbüll und Umgebung“ Volkslieder und Shantys  und die Fleischerei Knutzen bietet als Mittagsangebot schwedischen Schinkenbraten mit Kartoffelsalat und Lachsauflauf sowie Imbisse an.

Weitere musikalische Punkte stehen am Sonntag außerdem auf dem Programm.  Den Abschluss des Festes bildet das Hamburger Duo „Tramper AiO – Alles in Ordnung“ mit eingängigem, akustischem Folk-Pop-Sound.

Das vollständige Mittsommerfestprogramm kann online unter www.nordfrieslanderleben.de eingesehen werden.  Fragen beantwortet das Infozentrums-Team unter Tel. 04668-313.

Die Veranstalter empfehlen wegen der begrenzten Parkmöglichkeiten die Anreise mit dem Zug, der Klanxbüller Bahnhof liegt nur zwei Minuten Fußweg entfernt. Parkmöglichkeiten sind auf dem neuen Parkplatz am Charlottenhof in Osterklanxbüll 4 (kostenfrei, 600 m Fußweg) und auf dem XXL-Parkplatz am Ortseingang, Spangweg (max. 4 €/Tag, 450 m Fußweg).

 

20 Jahre Infozentrum Sonnabend, 24. Juni

14.00 Uhr:          Feierliche Eröffnung mit Trachtentanz

15.30 Uhr:          Historisches Drechseln mit Dag Wixforth

Rauf aus Dalapferd - Ponyreiten für Kids

                              Mobile Messerschleiferei (auch Sonntag)

19.00 Uhr:          Lille Cykeltur - kleine Radtour mit den  roten Holländerrädern der Radvermietung

20.00 Uhr:          Live-Musik „Mykket Morton“ am Schwedenfeuer

Sonntag, 25. Juni

10.00 Uhr:          Ökumenischer Gottesdienst im Festzelt

11.30 Uhr:          „Musik erleben“ mit dem musiculum MOBIL aus Kiel

12.00 Uhr:          Abschlusskonzert unterm Mittsommerbaum mit „Tramper AiO - Alles in Ordnung“

„Villa Kunterbunt“  mit Handgemacht-Verkauf, Kunstausstellung und Maltechniken zum Ausprobieren, Ausstellung des Naturschutzvereins Wiedingharde und Bienen-Wanderausstellung.

Tante Ises Umsonstmarkt, Kleidertausch und Lesewiese.

FÖJ-Mitmachmeile mit verschiedenen Aktionen

Schlafstrandkorb mit Probeliegen und Verlosung

Gastronomisches Angebot mit Kuchentafel (Sa. ab 14.00 Uhr), schwedischen Spezialitäten (nachmittags bis abends) und Imbisswagen (ab 20.00 Uhr). Am Sonntag von 11.00 bis 14.00 Uhr gibt es ein Mittagsangebot und Imbisswagen.

 

Bildunterschrift: Jubiläumsfest mit einem bunten Programm:  Unter dem Motto „Mittsommer“ haben Carola Steltner (2.v.li.) und ihre Kolleginnen  Michaela Petersen (li.), Shari Esklony und Maike Lützen (re.) ein buntes Festprogramm für alle zusammengestellt.