Die Wochenschau

29. Niebüller Hauptstraßenvergnügen

"HGV Niebüll lädt ein Spiel–Spaß–Schnäppchen

26. April: 

Drei Tage lang tobt in Niebüll wieder mal der Bär. Ein Dreifachevent der Extraklasse wartet nicht nur auf die Niebüller sondern auf alle Besucher aus der ganzen Region. Es beginnt mit dem Tanz in den Mai am 30. April ab 20.00 Uhr im beheizten Festzelt auf dem Marktplatz und endet am 3. Mai mit dem überaus beliebten Stadtwerkelauf durch Niebüll.

Genau dazwischen liegt der Höhepunkt des langen Wochenendes: Das 29. Niebüller Hauptstraßenvergnügen am 2. Mai ab 10.00 Uhr. Vom Einkaufszentrum Knudtsen im Norden bis zur Mühlenstraße im Süden wird die Hauptstraße gesperrt sein, um den vielen tausend erwarteten Besuchern eine große Einkaufsshow bieten zu können.

Punkt 10.00 Uhr eröffnet der Freie Niebüller Fanfarenzug mit seinen Klängen das Hauptstraßenvergnügen. Die Geschäfte der Hauptstraße werden den Kunden zahlreiche Angebote „Für‘n Appel und‘n Ei“ machen und attraktive Aktionsstände aufbauen. Zahlreiche Imbiss-, Getränke- und Leckereienstände sorgen ebenso für das leibliche Wohl der Besucher wie die beliebte Niebüller Straßencafés.

Gleichzeitig hat sich HGV-Geschäftsführer Holger Jessen, unterstützt von HGV-Orga-Wartin Renate Hartwig und  Holger Heinke vom Stadtmarketing, ein Programm einfallen lassen, das nicht nur der langen Tradition des Hauptstraßenvergnügens gerecht wird, sondern auch einige neue Highlights setzen will.

Fundsachenversteigerung

Die Geschäfte sind zum Hauptstraßenvergnügen von 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr geöffnet. Das Programm auf dem Rathausplatz beginnt um 12.00 Uhr mit der etwa einstündigen Fundsachenversteigerung.

Danach gibt es hier auf der Showbühne Musik am laufenden Band: „Rosemary in the Sky“ (ab 13.30 Uhr), „MOTUS“ (ab 15.30  Uhr), „Hauptgewinn“ (ab 17.30 Uhr) und die „Atomic Playboys“ (von 20.30 bis 23.00 Uhr) werden auf dem Rathausplatz Festivalstimmung aufkommen lassen.

Als Straßenmusikanten auf der Hauptstraße unterhalten Harald Marake und seine Band „alike“ die Besucher ab 14.30 Uhr vor Fidus.

Infostände und Kinderaktionen

Zahlreiche Info-Stände und viele Kinderaktionen runden das umfangreiche Programm ab. Natürlich sind auch wieder die beliebten Stelzenkünstler vor Ort. In welchem Kostüm sie diesmal erscheinen werden, soll noch nicht verraten werden.

Wer dann am Abend noch nicht genug vom Feiern hat, kann im großen beheizten Festzelt auf dem Marktplatz weitermachen. Ab 22.00 Uhr steigt hier das große Zeltfest. Veranstalter ist in diesem Jahr wieder Fleischermeister Peter Raffelhüschen aus Niebüll. (jut)

Ausstellung:„Niebüll im Nationalsozialismus“noch bis zum 3. Mai zu sehen

"Das Interesse ist riesig"

26. April

Die Ausstellung „Niebüll im Nationalsozialismus“ ist ein Erfolg – für dem Niebüller Geschichtsverein und besonders für Beate und Wolfgang Jandt, die zäh und unnachgiebig das schwierige Thema verfolgt haben.

Dabei kam ihnen zugute, dass sie in Niebüll wohnen und viele Bürger kennen. „Wir erleben es, dass Familienmitglieder froh sind, dass keine Namen erwähnt sind“, so Beate Jandt. Sie sieht sich damit bestätigt, nicht anklagen zu wollen, sondern nur zu dokumentieren, wie es zur Zeiten der NS-Diktatur in Niebüll zuging.  In den Familien herrschte ein gewisses Unwohlsein.  „War mein Opa auch bei den Verbrechern?“, fragt ein Enkel, der seinen Großvater unter den marschierenden Handwerkern entdeckt hat.

Aufklärung tut not. Genau deshalb ist das Buch „Niebüll in der Zeit des Nationalsozialismus“ von Wolfgang Raloff so wichtig. Hier erfährt der Leser detailliert Fakten und Chronologie der Ereignisse. Zum Gesamtprojekt gehört aber auch das Buch „Lebensbilder“ (Zeitzeugen berichten) zusammengestellt von Beate und Wofgang Jandt.  Im letzteren Band finden sich  die markigen Poesiesprüche, die auch den Besuchern der Ausstellung präsentiert werden. „Das berührt viele Interessierte besonders!“

Die starke Resonanz belegt den Erfolg. Viele Bürger hätten sich seit Jahrzehnten gefragt, wie es seinerzeit in Niebüll ausgesehen habe. „Jahrelang wurde verharmlost oder verdrängt. Man sagte: In Niebüll sei nichts los gewesen“, so Wolfgang Jandt. Anhand der Fotos könne man nun erkennen, dass in Niebüll „durchaus etwas losgewesen ist“.

Bewusst habe man sich jedoch einer Kommentierung bzw. Bewertung enthalten.  „Wir wollten im Bild zeigen, wie es damals war“. Unter den Fotos stehen zum Teil erweiterte Zeitungsnotizen aus der damaligen Zeit.

Wolfgang Jandt hat es sich zur Aufgabe gemacht, Schulklassen durch die Ausstellung zu führen. Als Geschichtslehrer hat er Fragebögen vorbereitet, überzeugen würden jedoch vor allem die Fotos. „Die Jugendlichen erkennen anhand der Bilder, dass es in der Diktatur keine Freiheit gab, damals die Kinder ab dem zehnten Lebensjahr in das NS-System gezwängt wurden.“ Schüler und Auszubildende sind beeindruckt von den Aufmärschen, den Uniformen und den Barackenlagern vor Ort. 

Das Ziel, geschichtliches Interesse für das finstere Kapitel deutscher Geschichte zu wecken, ist geglückt. „Wie konnte es geschehen? Was können wir tun, damit es nicht wieder geschieht?“ Diese Kernfragen bewegen nahezu alle Besucher der Ausstellung, die nur noch bis zum 3. Mai läuft.

Finissage am 3. MaiAm letzten Tag – zur Finissage – stellt Albert Panten unter dem Titel „Dem Ende entgegen“ das Buch „Dr. Charlotte Heidrich, Briefe an ihren Mann 1945“  vor. „Bis dahin hoffen wir weiterhin auf regen Besuch“, so Beate und Wolfgang Jandt, die sich extra eine sechswöchige Auszeit genommen haben.

Eine Zeit, die sich zweifellos für alle zeitgeschichtlich Interessierten aus der Region gelohnt hat. „Mit der Ausstellung wurde eine Lücke geschlossen, die mich sehr lange gestört hat“, so Beate Jandt abschließend. Das sehen andere genauso, auch wenn die Begegnung mit diesem Niebüller Kapitel schmerzhaft ist. (pre)