Die Wochenschau

Freiwillige Feuerwehr Treia übt nächtliche Landung des Rettungshubschraubers

Viel Wirbel auf dem Sportplatz

„In fünf Minuten ist er hier“, knackt es durch das Funkgerät, mit dem Wehrführer Michael Nissen seine Mannschaft informiert. Die Augen der 30 Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Treia suchen den stockdunklen Himmel ab, bis sich nach Minuten endlich ein blinkendes Licht am Horizont nähert. Noch bevor man wirklich erkennen kann, was sich da ziemlich schnell auf den Sportplatz zubewegt, hört man schon die sich drehenden Rotorblätter des Helikopters. Der Rettungshubschrauber Christoph 42 der DRF Luftrettung kommt direkt von seiner Station in Rendsburg, überfliegt langsam das ausgeleuchtete Gelände und tastet es mit seinem Suchscheinwerfer sorgfältig nach Hindernissen ab. Dann setzt er zur Landung an und macht dabei ordentlich Wind.

TREIA   Mitten auf dem Sportplatz kommt Rettungshubschrauber Christoph 42zum stehen. „Jetzt würde eigentlich alles ganz schnell gehen“, erklärt Stephan Peltzer, stellvertretender Wehrführer, „wir würden den Notarzt und den Rettungssanitäter aufnehmen und mit unserem Einsatzfahrzeug zum Notfallort fahren. Im Anschluss könnte der Patient auch vom Rettungshubschrauber zum nächsten geeigneten Krankenhaus geflogen werden. Aber zum Glück haben wir heute keinen Notfall.“

 

Wäre es ein Ernstfall gewesen, hätten die Kameradinnen und Kameraden alles richtig gemacht, denn der Sportplatz der Treianer Grundschule war perfekt für die Landung des Helikopters vorbereitet: Mit den Scheinwerfern ihres großen Löschfahrzeuges beleuchteten sie das Gelände in die eine Richtung. Transportable Scheinwerfer sicherten die anderen drei ab. „So entsteht eine komplett ausgeleuchtete Fläche“, ergänzt er, „sie muss für eine sichere Landung mindestens 35 mal 70 Meter groß sein.“ Darüber hinaus müssen alle umgebenden Hindernisse angestrahlt werden, zum Beispiel eine naheliegende Baumreihe und ein benachbarter Sirenenmast. Den Aufwand betreiben die Kameradinnen und Kameraden natürlich nicht ohne Grund. Sie wollen lernen, wie man den Landeplatz für einen Rettungshelikopter so vorbereitet, dass er sicher landen kann. „Wir müssen die Verfahren vorher üben, um sie in einem Einsatzfall auch richtig und sicher anwenden zu können“, erklärt Wehrführer Michael Nissen. Nur zwei Helikopter, darunter Christoph 42, fliegen in Schleswig-Holstein überhaupt in der Nacht. Sie sind mit speziellen Nachtsichtgeräten und Scheinwerfern ausgestattet – und die Piloten haben eine zusätzliche Ausbildung absolviert. „Außerdem fliegen wir in der Nacht mit zwei Piloten“, erzählt DRF-Pilot Dirk Kugel. Er und sein Team – ein weiterer Pilot, eine Notärztin und ein Rettungssanitäter – sind gekommen, um sich anzusehen, ob und wie die Sicherung und Vorbereitung des möglichen Landeplatzes in Treia funktioniert.

Die Station in Rendsburg hat vor kurzem einen neuen Hubschraubertyp erhalten, einen EC 145 von Airbus Helicopters. Sie nutzen diesen Ausbildungsflug, um mit dem neuen Hubschrauber auch eine Landung bei Nacht zu üben. Die Manöverkritik könnte nicht besser sein: „Die Ausleuchtung war klasse. So können wir landen. Ihr wart schön zu erkennen und auch der Funkkontakt war sehr gut“, lobte Dirk Kugel. Vor dieser Übung unter realen Bedingungen, inklusive Kälte und Dunkelheit, haben sich die Kameradinnen und Kameraden auch theoretisch auf dieses Szenario vorbereitet und wurden durch die DRF entsprechend geschult. „Die Theorie vermittelt das nötige Know-how, aber wenn man irgendwann nachts zu einem Notfall gerufen wird und diesen Platz absichern soll, dann ist es besser, wenn man es vorher schon mal gemacht hat“, findet Carlos Johannsen. Damit hat er sicher Recht. Und gerade der direkte Austausch mit Piloten, Notärztin und Sanitäter machte diese Übung besonders. „Wir haben viele Einblicke erhalten“, erzählt Stephan Peltzer, „über die technische Ausrüstung und auch darüber, welche medizinischen Möglichkeiten an Bord bestehen. Das ist nämlich doch etwas mehr, als ein Rettungswagen zu bieten hat.“ Die Besatzung hatte viel zu erzählen und gab gerne Antworten auf die Fragen der Kameradinnen und Kameraden. Sie erzählten auch über ihre rund 1600 Einsätze pro Jahr und darüber, dass sie und der neue Hubschrauber Christoph 42 dabei schon1000 Flugstunden auf dem Buckel haben.

 In Treia landet die Luftrettung im Durchschnitt sieben Mal pro Jahr. Jetzt dürften es mehr werden, denn die Kieler Leitstelle kann den Helikopter nach dieser gelungenen Übung nun auch in der Nacht das Dorf an der Treene anfliegen lassen. „Das bedeutet für uns zwar mehr Einsätze, aber wir schließen eine große Lücke zwischen den Nachtlandeplätzen in Schleswig und Schwesing“, erklärt Stephan Peltzer, „für Notfälle, aber auch für Schwerverletzte und Intensivpatienten ist das ein Segen, weil sich die Transporte im Rettungswagen dadurch verkürzen. Und wir sind alle mit Leib und Seele Feuerwehrleute – wir helfen gerne.“ ckb

Preisverleihung des Weihnachts-Malwettbewerbes

Dankeschön an die kleinen Künstler

Schleswig. Die Freude bei Lea Albers (8) aus Kropp, Alba Kuhr (6) aus Schleswig und Janina Holtz (5) aus Neuberend war groß, denn sie sind die Preisträger des Weihnachts-Malwettbewerbes der WochenSchau. Diese und weitere kunstvoll gestalteten Bilder der Kinder wurden in der Weihnachtsausgabe veröffentlicht und erhielten viel Zuspruch. Der Jury fiel die Auswahl nicht leicht, denn jeder der zahlreichen Teilnehmer hatte sich viel Mühe mit seinem Kunstwerk gegeben. Nun begrüßte Matthias Zenker, Geschäftsleiter des real,- Einkaufszentrums in Schleswig die Kinder und ihre Familien zur Preisverleihung. Die Kinder freuten sich über den Einkaufsgutschein und das kunstvoll verpackte Naschi-Paket, das Zenker überreichte. „Ihr habt das wirklich großartig gemalt“, lobte Matthias Zenker. Allesamt wollten die Preisträger ihren Gutschein in der Spielzeugabteilung des Warenhauses einlösen. „Etwas mit Ponys wäre toll“, sagte Janina. Alba indes entschied sich für Lego. Alle Kinder waren sich einig - beim nächsten Malwettbewerb wollen sie wieder mitmachen.    chw